Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA), 4. 9. 2001

Rechter Scharfmacher Laurenz Meyer

Es ist schon sehr erstaunlich, dass ausgerechnet Laurenz Meyer im WA damit angibt, Aktionen gegen Gewalt und Rassismus zu unterstützen. Bisher hat er sich eher als rechter Scharfmacher und Unterstützer fragwürdiger Stammtischparolen einen Namen gemacht.

Laurenz Meyer, Zeichnung: Siegbert KünzelSelbst die konservative Zeitung "Welt am Sonntag" hob am 2. November 2000 seine "fröhliche Brutalität" hervor und bezeichnete ihn als "Mann fürs Grobe".

Meyer gab der weit Rechts stehenden und vom Verfassungsschutz intensiv beobachteten nationalistischen Zeitung "Junge Freiheit" am 21. Januar 2000 im nordrhein-westfälischen Vorwahlkampf bereitwillig ein Interview, in dem er sich für eine Verschärfung von Einbürgerungsverfahren aussprach. Eben diese Zeitung nahm in ihrer Ausgabe 45/2000 Meyers Parole "Ja, ich bin stolz, ein Deutscher zu sein" begierig auf und zitierte sie in einer Artikelüberschrift.

Meyer kommt der "Verdienst" zu, fragwürdige und von rechten Skinheads benutzte Stammtischparolen breiten Bevölkerungskreisen als völlig legitime Meinungsäußerung nahe gebracht zu haben. Und die Zunahme rechtsradikaler Gewalttaten zeigt, dass den Worten auch Taten folgen.

Meyers Auseinandersetzung mit der NPD im Jahre 1968 war eine Konfrontation mit einem parteipolitischen Konkurrenten, der um die gleiche Wählerklientel buhlte. Immerhin nahm die NPD ein Jahr später mit 4,4 Prozent der Stimmen der CDU die entscheidenden Prozentpunkte für das Weiterregieren ab.

Heute muss diese Geschichte dazu herhalten, Laurenz Meyer als politischen Saubermann zu präsentieren, der auch noch bei der kommenden Bundestagswahl kandidieren wird.

 

 

 

Anmerkung

Aus: "Neues Deutschland" vom 22. 12. 2004Am 22. August 2001 konnte sich Laurenz Meyer in der Zeitung "Westfälischer Anzeiger" (WA) in einem Interview "Gegen Gewalt" als Opfer darstellen: "Während einer NPD-Veranstaltung 1968 haben mich die Ordner rausgetragen. Ich hatte fragen wollen, warum der Bundesvorsitzende die CDU-Politiker beschimpfte". - Übrigens eine sehr berechtigte Frage, da beide Parteien 1968 über viele inhaltliche Schnittmengen verfügten.

In dem WA-Interview nutzte Meyer ("Hobbys: Golf, Tennis") die Gelegenheit, Links und Rechts gleichzusetzen: "Links- wie Rechtsextremisten stehen für mich außerhalb des gesellschaftlichen Konsenses".

 

 

"Laurenz Meyer - Shrek", eine wirklich schöne Plakatkombination! Foto: Horst BlumeEin ausführlicher Artikel in "Graswurzelrevolution" befasst sich mit dem Wirken von Laurenz Meyer: "CDU: Leithammel Laurenz".

http://www.machtvonunten.de/lokales-aus-hamm.html?view=article&id=300:cdu-leithammel-laurenz&catid=21:lokales-aus-hamm

Und natürlich dürfen die 21 Folgen im "THTR-Rundbrief" zu Meyer nicht fehlen (tief unten):

http://www.reaktorpleite.de/nr.-126-april-09.html

http://www.reaktorpleite.de/nr-130-maerz-10.html

Und zum Schluss noch ein Hinweis auf ein recht unbekanntes Kapitel. Der WA, seine Hausdruckerei und die "Nationalzeitung":

http://www.machtvonunten.de/lokales-aus-hamm.html?view=article&id=305:jugendzentrum-tot&catid=21:lokales-aus-hamm

 

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