Macht von unten

Artikel und Beiträge von Horst Blume

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Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist "Märchenonkel" im Land?

"Aber es stand doch im Spiegel, hast Du das etwa nicht gelesen?" musste ich mir oft genug von Hochwohlinformierten anhören.  – Nein, das hatte ich nicht gelesen. Ich bevorzuge jede Menge kleinerer Alternativblättchen aus recht unterschiedlichen Richtungen. In den letzten vier Jahrzehnten kaufte ich mir insgesamt allerhöchstens fünf Ausgaben des Spiegels. Wenn es gar nicht anders ging, machte ich mir im Nachhinein ein paar Kopien. Das funktionierte auch. Die elitäre Wichtigtuerei des Spiegels ging mir auf die Nerven. Willy Brandt sagte 1974 seine Meinung sehr direkt: "Scheißblatt"!

Die aktuellen Irritationen über die Lügen von Spiegel-Reporter Claas Relotius blenden aus, dass bei den herrschenden Medien schon seit längerer Zeit der Weg vom unterhaltsamen Storytelling über die inszenierte Reportage zum "Märchenonkel" recht kurz war. Insgesamt fünfhundert Journalistenpreise winken denjenigen, die so eine Inszenierung perfekt beherrschen. Hier geht es um Aufstiegschanchen, Geltungssucht, Kampf um Marktanteile und darum, wer die größte Aufmerksamkeit erhält. Selbst die Aufdeckung der Lügengeschichten von Relotius wird vom Spiegel im bisher praktizierten Duktus des ertappten Sünders "erzählt".

Straßenkreuzung in Berlin: Springer, Dutschke. Foto von Horst BlumeSeit der Spiegelaffäre und dem Vorwurf des Landesverrats im Jahre 1962 zehrt der Spiegel bei vielen Menschen von dem Ruf, ein außergewöhnliches kritisches Medium zu sein, ohne dem man in der links-alternativen politischen Debatte nicht auskommen könne. Dabei hat dieses Blatt mit uns und unseren Intentionen rein gar nichts zutun. Wir wissen, dass dieses Magazin schon in seinen Anfängen in den 50er Jahren das journalistische Betätigungsfeld zahlreicher ehemaliger Nazi-Größen war. Antisemitische Ausfälle finden bis heute in diesem Blatt statt. - Kleinigkeit am Rande: Spiegel-Gründer Rudolf Augstein und der Gründer des noch rechteren Konkurrenzblattes Focus, Helmut Markwort, waren beide Mitglied der FDP, der widerlichsten Partei vor der Entstehung der AfD.

Westfälischer Anzeiger: Die "sanfte" Verblödung? (THTR-Rundbrief Nr. 51/52)Angesichts der Dominanz rechter Medien sollte man meinen, dass linke und ökologisch orientierte Menschen alternative Medien verstärkt unterstützen und abonnieren würden. Doch weit gefehlt! Fast überall befinden sich alternative Printmedien in einem zermürbenden Existenzkampf. Wie weit diese erschreckende Tendenz geht, zeigt sich beispielsweise in Hamm, wo ein früheres "alternatives" Buchladenprojekt in der Fußgängerzone vor dem Geschäft seit einigen Monaten jeden Tag eine Doppelstellwand mit Werbung für die Bild-Zeitung aufstellt! – Es passieren Dinge, die hätte man bis vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten.

Natürlich verändert sich durch die Digitalisierung das Konsumverhalten der Leser. Kleineren alternativen und linken Medienprojekten fällt es oft schwerer, sich unter diesen Bedingungen auf dem Markt zu behaupten. Was leider oft fehlt, ist die Wertschätzung bei den Lesern und die Unterstützung durch die Leser.

Selbstverständlich können in links-alternativen Zeitschriften auch mal schlechte oder ärgerliche Artikel stehen. Aber es sind unsere Medien, in denen wir nach unseren Bedürfnissen und Fragestellungen Informationen weitergeben und aufbereiten. Und in den meisten Fällen  basisdemokratisch entscheiden. Hier haben wir selbst direkt Einfluss durch unsere Beteiligung an inhaltlichen Diskussionen und können korrigierend eingreifen. Das ist ein fundamentaler Unterschied zur kapitalorientierten, interessengeleiteten "Mainstreampresse".

In der horizontalen Navigationsleiste ganz oben empfehle ich unter der Rubrik "Links" eine ganze Reihe interessanter, hervorragender Zeitschriften. Ich bitte um Beachtung ...

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Diese Homepage gibt es seit 2012. Hier befinden sich aktuelle und auch ältere Artikel von mir aus den letzten vier Jahrzehnten zu Politik und Kultur.

Sie wurden in über 30 verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht. Insbesondere in der Monatszeitschrift Graswurzelrevolution (Zeitung für eine gewaltfreie, herrschaftslose Gesellschaft) und in der Vierteljahreszeitschrift Schwarzer Faden.

Neben den Themen Atomkraft und Ökologie sind Kritik an Parteien (Grüne, SPD und Die Linke), Gewerkschaften und Medien ein wichtiger Schwerpunkt meiner Artikel.

Im kulturellen Teil befinden sich Buchbesprechungen und Schriftstellerportraits, die ein weites Feld von Oskar Maria Graf über Nagib Machfus bis hin zu indischer Literatur umfassen.

In der Sparte Musik schreibe ich unter anderem ausführlich über griechischen Rembetiko und jüdische Klezmermusik, aber auch Chansons von Boris Vian und Jaques Brel sowie Protestsongs von Walter Mossmann und dem Katalanen Lluis Llach.

In der Rubrik "Lokales" geht es unter anderem um gescheiterte Großprojekte wie Lippesee, Kohlekraftwerke, THTR und Müllverbrennungsanlage mitsamt falschem Doppeldoktor Masannek und natürlich um die sozialen Bewegungen in Hamm.

Oft befinden sich unter den Beiträgen Anmerkungen über ihre Entstehungsgeschichte, die anschließende Entwicklung der Geschehenisse oder Querverweise zu ähnlichen Themen. Ebenfalls schreibe ich in einigen Anmerkungen über den Entwicklungsweg derjenigen Zeitschriften, in denen diese Artikel erschienen sind.

Graswurzelrevolution, Nr. 435, Januar 2019Meine kritischen Wortmeldungen in den 80er Jahren zu den sogenannten Nationalrevolutionären, Silvio Gesell-Anhängern und zur Partei "Die Grünen" haben damals in verschiedenen Medien zu vielen Diskussionen geführt. Sie sind jetzt an dieser Stelle erstmals im Netz einsehbar.

Die Artikel in "Schwarzer Faden" (Anarchistische Vierteljahreszeitschrift) sind von 1980 bis 1986 und in "Graswurzelrevolution" von 1993 bis heute erschienen. In beiden Zeitschriften war bzw. bin ich Mitherausgeber.

Einige Beiträge über die Partei "Die Linke" sind nicht nur unter der Rubrik "Linkspartei, SPD" zu finden, sondern auch in den angrenzenden Themenbereichen "Gewerkschaften" und "Linke Bewegung" einsortiert.

Aktuelle Artikel werden neu auf der ersten Seite dieser Homepage eingestellt. Ältere Artikel, von denen es noch viele auf Papier gibt, werden nach und nach in die jeweiligen Sparten in chronologischer Reihenfolge hier einsortiert.

Zusätzliche Artikel zum THTR, zu Generation IV-Reaktoren und zur Atompolitik sind seit dem Jahr 2003 auf der Homepage www.reaktorpleite.de zu finden. Ebenso die Ausgaben 72 bis 151 der Zeitschrift "THTR-Rundbrief", die ich ebenfalls herausgebe.

Horst Blume


Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 431, September 2018

Thessaloniki: Die Vernichtung der "Judenstadt" und ihre Folgen

Gedenkstätte in Thessaloniki. Foto: Horst Blume"Denkt überhaupt irgendjemand darüber nach, was früher hier passiert ist?", geht mir durch den Kopf, als ich Thessalonikis laute Straßen mit ihren hässlichen Betonbauten durchstreife, vorbei an Menschenmassen, die mit Einkaufstaschen bepackt umhereilen. Mit dreizehn Jahren fiel mir Zuhause ein postkartengroßes, schmales Heftchen in die Hände: "Ein kleiner Spaziergang durch Saloniki. Andenken zum Einmarsch der Deutschen Truppen in Saloniki am 9. April 1941". Es war das letzte Lebenszeichen des zwanzigjährigen Onkels meiner Mutter, bevor er ein paar Monate danach von griechischen PartisanInnen getötet wurde. Mein Interesse war geweckt. Fünfzig Jahre nach der Entdeckung des Heftchens bin ich hier. Ich frage mich, wie konnten 46.000 sefardische JüdInnen Salonikis nach Auschwitz deportiert und fast alle umgebracht werden? Wie wird in Thessaloniki und in Deutschland mit dieser Vergangenheit umgegangen?

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Aus: "FUgE-News" Nr. 1, Juli 2018

Indien: Fußmarsch gegen Landraub bis nach Europa!

Fußmarsch 2012, Foto: Herbert SauerweinIndien beflügelt oft exotische Touristenphantasien und wird gerne als "größte Demokratie der Welt" bezeichnet. Hierbei wird ausgeblendet, dass über 800 Millionen Menschen dort als arm gelten und ein Drittel der 1,3 Milliarden Einwohner chronisch unterernährt ist. Der aggressive Hindunationalismus hat durch Ministerpräsident Modi die Regierungsmacht übernommen und Rassismus, ethnischer Chauvinismus, Kastenterror und Drangsalierung von muslimischen und christlichen Minderheiten bestimmen vielfach den Alltag. Zwei Millionen Frauen und Mädchen werden pro Jahr ermordet.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 427, März 2018

"Fünf Minuten vor Vier" – Mehr als nur eine Uhrzeit!

Bhisham Sahni, "Fünf Minuten vor Vier"Der in Pakistan geborene Bhisham Sahni (1915 – 2003) ist in Indien einer der bekanntesten Schriftsteller. Er erlebte während der Teilung Indiens 1947 hautnah mit, wie Familien auseinandergerissen und bei den religiösen Unruhen und Gewaltausbrüchen zwischen Hindus, Moslems und Sikhs etwa eine Million Menschen umgebracht wurden. Es kam zu Massenfluchten der verschiedenen Gruppen in jeweils entgegengesetzte Richtungen. Sahni, der zu dieser Zeit als Helfer in einem Flüchtlingslager arbeitete, konnte erst 25 Jahre später über diese grauenvollen Ereignisse unter anderem in seinem berühmten, kontrovers diskutierten und verfilmten Romanklassiker "Tamas" schreiben.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 426, Februar 2018

Was tun gegen die Neue Rechte?

"Die Angstmacher" von Thomas WagnerIn dem Buch "Die Angstmacher" zeigt Thomas Wagner sehr anschaulich die ideengeschichtlichen Hintergründe und persönlichen Beweggründe der Neuen Rechten und Identitären auf. Jens Kastner bemängelt in seiner kritischen Besprechung des Buches, dass sein Autor "entschieden zuviel Verständnis" für die intellektuelle Rechte aufbringen würde. Die wirklich wichtige Frage, die sich mir im Spannungsfeld dieser Auseinandersetzung stellt, ist diejenige, wie unser spezifisch gewaltfrei-libertärer Ansatz im Kampf gegen die neue Rechte aussehen könnte.

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Originalbeitrag vom Januar 2018

Zur Moritz-Bacharach-Straße

Moritz Bacharach Str. 1In der Nähe des Geländes der Landesgartenschau wollte die Hammer Stadtverwaltung im Jahr 1984 über ein Dutzend neue Straßen ziemlich einfallslos nach süddeutschen Städtenamen benennen. Ich war damals frisch gewählter Bezirksvertreter der kommunalen Wählergemeinschaft Grün-Alternative Liste in der Bezirksvertretung Hamm-Uentrop und beantragte daraufhin, stattdessen lieber die Namen von bekannten antifaschistischen Schriftstellern, Gewerkschaftlern, linken Abgeordneten und eben den ersten jüdischen Ratsherrn in Hamm, Moritz Bacharach, zu verwenden.

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Aus: "FUgE-News", Nr. 2, Dezember 2017

Tamilische Kurzgeschichten "Bananenblätter und Straßenstaub"

Bananenblätter und StraßenstaubIn kaum einer Stadt der BRD gibt es soviele Hindutempel wie in Hamm. Der Krieg in Sri Lanka war die Ursache, dass zehntausende Tamilen aus Sri Lanka nach NRW flüchteten und im Laufe der Zeit vier Tempel auf dem Stadtgebiet errichteten.

Unter den zahlreichen Menschen, die zu den jährlich stattfindenen Tempelfesten kommen, befinden sich erfreulicherweise immer mehr Deutsche, die fasziniert die prachtvollen Umzüge mit den Tempelwagen besuchen, die angebotenen südindischen Speisen probieren und religiösen Ritualen beiwohnen. Doch wieviel wissen die alteingesessenen Hammer Bürger nach dem Besuch eines solchen südindischen Festes über die Kultur dieser Menschen, die alltägliche Realität in ihrem Heimatland und über den brutalen Krieg, dem sie entflohen sind, wirklich? Eine gute Möglichkeit mehr über die Tamilen in Südindien und Sri Lanka zu erfahren, sind diese Kurzgeschichten.

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33 Berichte zu Aktionen von 'Ekta Parishad' aus den Jahren 2014 bis 2017

logo-ekta-parishadEquity, Solidarity, Justice - Landrechtbewegung in Indien

Meldungen und kürzere Berichte über die Arbeit von Ekta Parishad sind oft sehr verstreut im Netz und bei Facebook zu finden. Hier habe ich in chronologischer Reihenfolge 33 Artikel über Aktivitäten und Ereignisse geschrieben, die ich besonders wichtig finde. Ganz unten sind in einem zweiten Teil die Links zu älteren Artikeln in Zeitungen und Medien aufgeführt.

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