Macht von unten

Artikel und Beiträge von Horst Blume

 *****

Zurückgeblieben im Braunraum

Joseph Beuys und der Nationalsozialismus

Das Verhältnis des Bildhauers, Aktionskünstlers und Zeichners Joseph Beuys (1921–1986) zum Nationalsozialismus und seine Äußerungen zu gesellschaftspolitischen Themen werden seit längerer Zeit kontrovers diskutiert. Inzwischen hat Ron Manheim ein akribisch recherchiertes Buch hierzu geschrieben. Er war viele Jahre lang Direktionsmitglied beim Museum Schloss Moyland am Niederrhein und baute dort seit 1991 das Beuys-Archiv auf.

Buch: "Beim Wort genommen"Haarsträubende Geschichtsklitterung

Manheim legt Wert auf die Feststellung, dass er sich seit Jahrzehnten "mit uneingeschränkter Bewunderung" intensiv mit dem materialisierten Werk von Beuys auseinandersetzt. Jedoch hat er bei den zahlreichen schriftlich fixierten Gesprächen und Interviews mit dem Künstler jede Menge haarsträubende Geschichtsklitterungen, beschämende Fehlurteile und Beschönigungen seines eigenen Verhaltens sowie Relativierungen des Holocausts entdeckt. Das Buch heißt folgerichtig "Beim Wort genommen".

Hier sieht er sich genauer an, was Beuys über seine Schulzeit und Jugend in Kleve im Rückblick berichtete, und gleicht seine Aussagen mit der historischen Wirklichkeit ab. Der Behauptung Beuysʼ, es hätte in Kleve insbesondere unter den LehrerInnen kaum Nazis gegeben, seine Nichtbeachtung des schlimmen Schicksals der JüdInnen in dieser Stadt, in der aufgrund der Nähe zu den Niederlanden angeblich alles nicht so schlimm gewesen sei, setzt Manheim gut dokumentierte Fakten aus der Lokalgeschichtsschreibung entgegen.

Beuysʼ Lieblingslehrer, der ihm Jahre später wahrheitswidrig einen nicht erbrachten Abiturabschluss ausstellte, war ein fanatischer Nazi, der in Uniform unterrichtete und Jüdinnen und Juden drangsalierte. Manheim attestiert Beuys auch Jahrzehnte nach dem Holocaust eine erschreckende Empathielosigkeit gegenüber den jüdischen Opfern, obwohl inzwischen durch den aufsehenerregenden Eichmannprozess im Jahr 1961 und zahlreiche Dokumentationen in den Medien das ganze Ausmaß des Grauens für jede und jeden klar ersichtlich werden konnte.

mehr ...

 *******

 

Presseschau zum Thema "Rechtsextremisten in der Polizei"

Polizeipräsidium Hamm, Bockum-HövelAusgehend von dem Polizeiskandal in Hamm um den rechtsterroristischen Polizeimitarbeiter Wollschläger und die Gruppe S. habe ich seit zwölf Monaten über einhundert interessante Artikel in Auszügen und mit Quellenangabe zu einem chonologisch angeordneten Update zusammengestellt, das sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten mit dem Thema "Rechtsextremisten in der Polizei" und der Gruppe S. beschäftigt. Es wird laufend aktualisiert.

Es kommen auch Stimmen zu Wort, die in vielen Medien nicht beachtet und publiziert werden. Und es ist eine Chronologie der laufenden Ereignisse mit rechtsradikalen und rassistischen Vorkommnissen bei der Polizei. Sie ergänzen und aktualisieren meine bisherigen Artikel zu diesem Thema:

https://www.machtvonunten.de/nationalisten-rechte-neoliberale/384-hamm-rechtsextremist-bei-der-polizei-unter-terrorverdacht.html#Updates

 


Aus: "Graswurzelrevolution", Beilage "Libertäre Buchseiten", Nr. 467. März 2022

Buch: "Gelebte Revolution. Anarchismus in der Kibbuzbewegung"Der Kibbuz: Zwei Realitäten

Zwischen libertärer Utopie und Unterdrückung nach außen

Die meisten Menschen bringen den Kibbuz mit dem 1948 gegründeten Staat Israel in Verbindung. Über die nichtstaatliche 40-jährige Vorgeschichte der Kommunen ist in der Regel wenig bekannt. Hier setzt das Buch "Gelebte Revolution" an und berichtet ausführlich über die Anfänge dieser emanzipatorischen Bewegung, ihre deutlichen Bezüge zum Anarchismus und später ihre Einbindung in autoritär-bürokratische Machtstrukturen von zentralistischen Institutionen und Staat.

mehr ...


Aus: "Graswurzelrevolution", Nr. 462, Oktober 2021

Buch: "Je mehr Gewalt, desto weniger Revolution" Band 2Gegen die "Verkriegung" sozialer Bewegungen!

Beiträge zu Anarchismus und Gewaltfreiheit

Oft reagieren Menschen mit Erstaunen und Verwunderung auf unsere Aussage, dass es eine Grundidee des Anarchismus ist, die Anwendung von Gewalt abzulehnen. Allerdings gibt es im Anarchismus unterschiedliche Strömungen, von denen sich einige nicht auf gewaltfreies Handeln festlegen wollen. Dies ist Grund genug für die HerausgeberInnen von Band 2 von "Je mehr Gewalt, desto weniger Revolution", die Auseinandersetzung mit ihnen zu suchen, ihr Politikverständnis zu kritisieren sowie historische und aktuell praktizierte gewaltfreie Alternativen vorzustellen und zu empfehlen.

mehr ...


Aus: "Graswurzelrevolution", Nr. 461, September 2021

PilgerInnen, Päpste und die Polizei

Repression gegen christliche Klima-AktivistInnen in Hamm

"Ist die Hammer Polizei wirklich dialogfähig, wie es dieses Bild suggeriert?" Foto: Horst BlumeImmer wieder geht die Polizei brutal gegen gewaltfreie Proteste und Aktionen des Zivilen Ungehorsams vor. Für überregionales Aufsehen sorgte am 23. Juli 2021 ein Vorfall in Hamm, als eine Gruppe christlicher Klima-AktivistInnen von einem massiven Polizeiaufgebot angegangen wurde. (GWR-Red.)

Auf ihrem Weg von Gorleben nach Garzweiler gingen die christlichen PilgerInnen mit einem großen gelben Kreuz 19 Etappen von Station zu Station und machten auf den zerstörerischen Braunkohleabbau, die gefährliche Atomkraft und auf die Klimakatastrophe aufmerksam. Überall waren sie willkommen, und auch die jeweilige Polizei hatte nirgendwo etwas auszusetzen. Doch dann kamen sie nach Hamm, und gleich an der Stadtgrenze zwischen Feld und Wald begann der Ärger mit der örtlichen Polizei.

mehr ...



Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 460, Sommer 2021

Hammer Polizeiwache, Foto: Horst BlumeDas Weiterleben der NS-Täter

Gruppe S. und faschistische Kontinuitäten

Über die Gruppe S. und den Beginn ihres Gerichtsprozesses schreibt für die Graswurzelrevolution Horst Blume. In seinem Artikel verweist der Autor auf Hintergrund und Vernetzungen dieser rechtsterroristischen Organisation und entdeckt dabei erschreckende Details und Zusammenhänge, wie z.B. einige bemerkenswerte Verbindungen zur Zeit des Faschismus. (GWR-Red.) Wäre die ganze Angelegenheit vor Gericht nicht so ernst, könnte man die Darstellung von Thorsten Wollschläger, wie er sich beim ersten Treffen der rechtsterroristischen Gruppe S. vorgestellt habe, für einen kuriosen Stand-Up-Comedy-Auftritt halten: "Ich bin Thorsten, 50 Jahre und komme aus Hamm. Mein Hobby ist das Mittelalter und Fotografieren und ich bin im öffentlichen Dienst".

mehr ...



Aus: "Graswurzelrevolution", Ausgabe 459, Mai 2021

Graswurzelrevolution, Ausgabe 459, Mai 2021Pandemie als Chance?

Stadtpolitik unter Corona

Wir erleben aktuell, wie Pandemie und Klimakatastrophe das Leben in den Städten beeinträchtigen und viele Menschen auf eine harte Probe stellen. Schon lange bestehende Probleme werden unter diesen Bedingungen verstärkt. Die beiden Autoren dieses Büchleins, Anton Brokow-Loga und Frank Eckardt, verfallen deswegen allerdings nicht in einen lähmenden Pessimismus, sondern arbeiten optimistisch und mutmachend heraus, wie unter krisenhaften Bedingungen die Bereitschaft erwächst aus aktuellen Erfahrungen zu lernen und eingefahrene Wachstumspfade verlassen werden können, um Neues auszuprobieren.

mehr ...


Originalbeitrag vom April 2021

35. Tschernobyl-Jahrestag: Radtour zum THTR

35. Tschernobyl-Jahrestag am THTR Hamm. Foto: Horst BlumeEinen Tag vor dem Tschernobyl-Jahrestag fand in Hamm am Sonntag eine der größten Anti-Atomkraft-Demonstrationen der letzten Jahre statt. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm und Hamm gegen Atom veranstalteten eine Fahrradtour zum Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) nach Uentrop.

Treffpunkt der FahradfahrerInnen war der Willy-Brandt-Platz am Hammer Hauptbahnhof. Anschließend fuhren wir Richtung Uentrop, um am Hindutempel auf die FreundInnen aus Beckum und Ahlen zu treffen und gemeinsam zum stillgelegten THTR zu fahren.

mehr ...


Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA) vom 9. März 2021

Fukushima-Jahrestag in Hamm

Fukushima-Demo in Hamm 2011, Foto: Horst BlumeAuch in Hamm findet am 11. März 2021 eine Mahnwache zum Fukushima-Jahrestag statt. Hier das Interview in "Westfälischer Anzeiger":

Warum hat der zehnte Jahrestag der Fukushima-Katastrophe gerade für Hamm eine Bedeutung?

Der Tsunami und die verheerende Reaktorkatastrophe in Japan mit vielen Tausenden von Toten und verstrahlten Gebieten zeigt deutlich, dass es eine sichere Atomkraft nicht gibt. Wir hatten in Hamm 1986 zeitgleich mit der Katastrophe in Tschernobyl im Thorium Hochtemperaturreaktor (THTR) einen Störfall, bei dem Radioaktivität in die Umgebung gelangte. Jeder, der die Ereignisse in Hamm damals miterlebt hatte, weiß, wie groß die Angst und die Unsicherheit bei den Menschen war.

mehr ...


Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 456, Februar 2021

"Graswurzelrevolution" Nr. 456, Februar2021Wie rechts bleibt die Polizei?

Die Aufdeckung ihrer Skandale bietet Chancen für Veränderungen

Die aktuelle Debatte über rechtsradikale Tendenzen bei der Polizei sollte dazu genutzt werden, die Handlungsspielräume der sozialen Bewegungen auszuweiten. Konservative PolitikerInnen hingegen wollen eine geforderte umfassende Polizeistudie in ihr Gegenteil verkehren.

Wer in den letzten Monaten in kritischen Medien darauf geachtet hatte, musste alle paar Tage Berichte über aktuelle rechtsradikale und rassistische Vorfälle bei der Polizei lesen. Doch diese Ereignisse sind nichts Neues, sondern haben eine lange Geschichte.

mehr ...


Aus:"Graswurzelrevolution" Nr. 455, Januar 2021

Screenshot von der Hammer Polizeihistoriensammlung: Gummiknüppel"Nur Einzelfälle"

Die Hammer Polizeihistoriensammlung bestärkte rechtsterroristisches Weltbild der "Gruppe S."

Die rechtsterroristische "Gruppe S." wurde benannt nach dem Gründer Werner S.. Der Führungskreis dieser neofaschistischen Gruppe bezeichnete sich als "Der harte Kern" und vernetzte sich seit September 2019 online. Nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft wurde dieses NS-Terrornetzwerk im Februar 2020 durch die Verhaftung einiger Mitglieder zerschlagen. Die Verhafteten hatten sich bewaffnet, Schießübungen abgehalten und Mordanschläge auf Muslime in Moscheen, auf prominente PolitikerInnen und AntischistInnen geplant. GWR-Mitherausgeber Horst Blume hat im westfälischen Hamm recherchiert und zeigt Zusammenhänge auf, die bisher in anderen Medien noch nicht berücksichtigt wurden. (GWR-Red.)

mehr ...


Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 451, September 2020

"Jalta. Positionen zur Jüdischen Gegenwart", ZeitschriftVon Babylon nach Jalta

Jüdische Zeitschrift diskutiert neue Allianzen und "unerhörte" Positionen

Eine Halbjahreszeitschrift kann nur den Ereignissen hinterherlaufen? – Dass dies nicht so sein muss, zeigt "Jalta. Positionen zur jüdischen Gegenwart". Als im August 2018 die Gruppe "Juden in der AfD" (JAfD) an die Öffentlichkeit trat, reagierte die Redaktion der im Jahr zuvor gegründeten Zeitschrift schnell mit einem Positionspapier, in dem auf die Gefährlichkeit der AfD insbesondere für Minderheiten und die demokratische Kultur hingewiesen wurde. Daraufhin meldeten sich hunderte von UnterstützerInnen, der Aufruf wurde gespiegelt, die Tageszeitungen New York Times und Haaretz (Israel) berichteten ausführlich.

mehr ...


Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 446/447, März 2020

Mahnwache gegen Atommülltransporte von Gronau über Hamm nach Russland am Hammer Hauptbahnhof im Dezember 2019. Foto: Horst BlumeKleine Urenco-Reaktoren: Small is not beautiful!

Die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau ist in den letzten Monaten wieder stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Gegen die Atommülltransporte von Gronau über Hamm, Amsterdam, Petersburg nach Sibirien formierte sich ein vielfältiger Widerstand bis hin zu Zugblockaden. Ein wichtiger Kritikpunkt gegenüber dem UAA-Betreiber Urenco fand allerdings bisher nur bei einer Mahnwache am Standort des stillgelegten Thorium Hochtemperaturreaktors (THTR) in Hamm Beachtung.

mehr ...


Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA), 30. Dezember 2019

Westfälischer Anzeiger (WA), TitelseiteRückbau: Uran im THTR hat Halbwertzeit von 160.000 Jahren!

Vielen dank für den ausführlichen und interessanten Artikel "Das letzte Geheimnis des THTR"! - Selbst wenn sich nach Angaben der Betreiber die Radioaktivität von bestimmten Komponenten des Reaktors bis zum Jahr 2030 um den Faktor 1000 reduziert haben sollte, so bleiben immer noch die im Artikel genannten 1,0 bis 1,6 Kilogramm Spaltstoff. Dieser enthält neben kleineren Mengen Plutonium vor allem hochradioaktives erbrütetes Uran 233 mit einer Halbwertzeit von 160.000 Jahren. Die Betreiber versuchen also das Problem zu bagatellisieren, indem sie die Hauptaufmerksamkeit auf den erwarteten geringer belasteten Bauschutt der Außenanlagen lenken.

mehr ...


Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA) vom 9. Dezember 2019

Hamm: Mahnwache gegen Atommülltransporte 9. 12. 2019. Foto: Horst BlumeAtomtransporte: "Schon in kleinsten Mengen tödlich!"

Mahnwache vor dem Hauptbahnhof Hamm

Herr Blume, Sie werden sich auf dem Bahnhofsvorplatz dafür einsetzen, dass Atommülltransporte verboten werden. Was sind das für Transporte?

Allein in diesem Jahr ist dies bereits der zehnte Transport aus Deutschlands einziger Urananreicherungsanlage (UAA) vom münsterländischen Gronau nach Russland. Dabei werden voraussichtlich 600 Tonnen radioaktives und hochgiftiges Uranhexafluorid (UF-6) per Zug von Gronau über Hamm, dann quer durchs Ruhrgebiet verfrachtet ...

mehr ...


November 2019

Buch: Lou Marin, Horst Blume: "Gandhi."Buch zum 150. Geburtstag Gandhis am 2. Oktober 2019

Am 2. Oktober 2019 wurde weltweit der 150. Geburtstag von Mohandas Karamchand Gandhi gefeiert. An diesem Tag begann ebenfalls der zwölfmonatige Fußmarsch der indischen Landrechtebewegung Ekta Parishad von Delhi nach Genf zum Sitz der UNO. Aus diesem Grund erschien im Verlag Graswurzelrevolution das Buch "Gandhi. 'Ich selbst bin Anarchist, aber von einer anderen Art'" von Lou Marin und Horst Blume. Ich habe dort den 20seitigen Beitrag "Die gandhianisch geprägte Landrechtebewegung Ekta Parishad" geschrieben.

mehr ...


Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 441, September 2019

Savina Yannatou und die Gruppe "Primavera en Salonico": "Songs of Thessaloniki" (2015) Savina Yannatou: Keine "schöne Folklore"!

Ein irritierter Kritiker bescheinigte auf der ausgerechnet vom bundesdeutschen Ministerium für Finanzen verantworteten Homepage "So klingt Europa", der griechischen Sängerin Savina Yannatou einen von "frecher Intelligenz und punkigen Einstellung geprägten Stil" (1). Jenseits von Syrtaki und Theodorakis fällt es offenbar selbst BerufskritikerInnen in den Medien nicht leicht, die Musik Yannatous zu beschreiben. Denn eigenwillig und außerhalb des Mainstreams erkundet sie zusammen mit dem akustischen Musikensemble "Primavera en Salonico" nicht nur die facettenreiche Musik Griechenlands, sondern singt ebenfalls die Lieder der Nachbarn auf dem Balkan, in der Mittelmeerregion und im Nahen Osten. Ihr Schwerpunkt sind die sephardischen Lieder der JüdInnen.

mehr ...


Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 440, Sommer 2019, veröffentlicht am 6. 6. 2019

Antisemitismus in Deutschland 74 Jahre nach der Shoa

Neue Synagoge Berlin, Centrum Judaicum, Oranienburger Straße. Foto: Horst Blume "Nun schacher nicht wie ein Jude, gib mal ordentlich Rabatt", hörte ich einen Kunden zu meinem Chef bei der Preisverhandlung für ein Produkt sagen. Als kaufmännischer Lehrling saß ich daneben und spitzte meine Ohren. Dies geschah 1977, als zur gleichen Zeit der langjährige Skandal um Rainer Werner Fassbinders Theaterstück "Der Müll, die Stadt und der Tod" gerade seinen ersten Höhepunkt überschritten hatte. Dem Regisseur wurde vorgeworfen, er bestärke mit seinem Stück und der dort auftretenden Figur des "reichen Juden" judenfeindliche Ressentiments. Seit 1945 bestehen bis heute antisemitische Einstellungen in unterschiedlichen Ausformungen in Deutschland fort.

mehr ...


 

Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 431, September 2018

Thessaloniki: Die Vernichtung der "Judenstadt" und ihre Folgen

Gedenkstätte in Thessaloniki. Foto: Horst Blume"Denkt überhaupt irgendjemand darüber nach, was früher hier passiert ist?", geht mir durch den Kopf, als ich Thessalonikis laute Straßen mit ihren hässlichen Betonbauten durchstreife, vorbei an Menschenmassen, die mit Einkaufstaschen bepackt umhereilen. Mit dreizehn Jahren fiel mir Zuhause ein postkartengroßes, schmales Heftchen in die Hände: "Ein kleiner Spaziergang durch Saloniki. Andenken zum Einmarsch der Deutschen Truppen in Saloniki am 9. April 1941". Es war das letzte Lebenszeichen des zwanzigjährigen Onkels meiner Mutter, bevor er ein paar Monate danach von griechischen PartisanInnen getötet wurde. Mein Interesse war geweckt. Fünfzig Jahre nach der Entdeckung des Heftchens bin ich hier. Ich frage mich, wie konnten 46.000 sefardische JüdInnen Salonikis nach Auschwitz deportiert und fast alle umgebracht werden? Wie wird in Thessaloniki und in Deutschland mit dieser Vergangenheit umgegangen?

mehr ...




33 Berichte zu Aktionen von 'Ekta Parishad' aus den Jahren 2014 bis 2017

logo-ekta-parishadEquity, Solidarity, Justice - Landrechtbewegung in Indien

Meldungen und kürzere Berichte über die Arbeit von Ekta Parishad sind oft sehr verstreut im Netz und bei Facebook zu finden. Hier habe ich in chronologischer Reihenfolge 33 Artikel über Aktivitäten und Ereignisse geschrieben, die ich besonders wichtig finde. Über den Beginn der Kampagne "Jai Jagat 2020" berichte ich ebenfalls. Ganz unten sind in einem zweiten Teil die Links zu älteren Artikeln in Zeitungen und Medien aufgeführt.

mehr ...



*****

Diese Homepage gibt es seit 2012. Hier befinden sich aktuelle und auch ältere Artikel von mir aus den letzten 47 Jahren zu Politik und Kultur. Sie wurden in über 30 verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht und werden hier dokumentiert.


 

Seitenanfang