Macht von unten

Artikel und Beiträge von Horst Blume

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Pandemie als Chance?

Stadtpolitik unter Corona

Buch: "Stadtpolitik für alle"

Wir erleben aktuell, wie Pandemie und Klimakatastrophe das Leben in den Städten beeinträchtigen und viele Menschen auf eine harte Probe stellen. Schon lange bestehende Probleme werden unter diesen Bedingungen verstärkt. Die beiden Autoren dieses Büchleins, Anton Brokow-Loga und Frank Eckardt, verfallen deswegen allerdings nicht in einen lähmenden Pessimismus, sondern arbeiten optimistisch und mutmachend heraus, wie unter krisenhaften Bedingungen die Bereitschaft erwächst aus aktuellen Erfahrungen zu lernen und eingefahrene Wachstumspfade verlassen werden können, um Neues auszuprobieren.

Zunächst jedoch stellen die beiden Autoren fest, dass ein Teil der Menschen auf die jetzigen komplexen Krisen mit Ohnmachtsgefühlen reagiert und sich teilweise autoritären Erklärungsversuchen und Verschwörungstheorien zuwendet. Begünstigt wird dieses Verhalten durch das Schwinden des Zusammenhalts in den Stadtgesellschaften, den Kommunikationsverlust und die Polarisierung zwischen den unterschiedlichen Schichten, Gruppen und „Blasen“. Während es beispielsweise den Einen aufgrund ihrer Mittelstandzugehörigkeit relativ einfach gelingt, Tempo 30-Zonen für ihre schöne Wohngegend durchzusetzen, fällt es ärmeren Stadtteilen schwerer, einen zufriedenstellenden Zugang zum öffentlichen Nahverkehr zu erkämpfen.

Welche verblüffenden Potentiale eine Krise freisetzen kann, wird in dem Bereich Mobilität herausgearbeitet. Da sich während der Pandemie der Autoverkehr deutlich reduzierte, konnten Fahrräder und FußgängerInnen den nun freigewordenen Raum zurückerobern und hierdurch die staatlich geförderte Dominanz des Autos zurückdrängen. Dies drückt sich in manchen Großstädten sogar in neu ausgewiesenen breiteren Fahrradwegen auf den Autostraßen aus. Es eröffneten sich mit der Umverteilung des Straßenraumes neue Möglichkeiten, die von den Menschen erlebt und genossen werden konnten und durch administratives städtisches Handeln flankiert wurden.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 456, Februar 2021

Wie rechts bleibt die Polizei?

Die Aufdeckung ihrer Skandale bietet Chancen für Veränderungen

Die aktuelle Debatte über rechtsradikale Tendenzen bei der Polizei sollte dazu genutzt werden, die Handlungsspielräume der sozialen Bewegungen auszuweiten. Konservative PolitikerInnen hingegen wollen eine geforderte umfassende Polizeistudie in ihr Gegenteil verkehren.

"Graswurzelrevolution" Nr. 456, Februar 2021Wer in den letzten Monaten in kritischen Medien darauf geachtet hatte, musste alle paar Tage Berichte über aktuelle rechtsradikale und rassistische Vorfälle bei der Polizei lesen. Doch diese Ereignisse sind nichts Neues, sondern haben eine lange Geschichte. Nach 1945 fand kein Neuanfang statt, sondern frühere PolizistInnen aus der Zeit des Faschismus und ehemalige NSDAP-FunktionärInnen, Wehrmachtsoffiziere sowie Mitglieder der SS machten in den folgenden Jahrzehnten im Polizeidienst Karriere und prägten mit ihrer rechten Gesinnung die Polizeiarbeit.

Als nach der Wiedervereinigung verstärkt ausländerfeindliche Übergriffe stattfanden und die "Republikaner" Wahlerfolge einfuhren, konnte beobachtet werden, dass die Polizei oft bei rassistischen Übergriffen wegschaute und etliche von ihnen offen ihre Sympathien für diese rechte Partei zeigten. Bodo Pfalzgraf, heute der Landesvorsitzende der "Deutschen Polizeigewerkschaft" (DpolG) Berlin, war beispielsweise in den 90er Jahren nicht nur Mitglied der "Republikaner", sondern intensiv mit offen rechtsradikalen Gruppen vernetzt.

Aber es ging auch mal anders: Neben harten Auseinandersetzungen mit der Polizei gab es während der letzten Jahrzehnte unter bestimmten Bedingungen aber auch Situationen, in denen sich die Lage weniger konfrontativ darstellte und sich hieraus wichtige Handlungspielräume für gewaltfreie AkteurInnen ergeben konnten.

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Presseschau zum Thema „Rechtsextremisten in der Polizei“

Polizeipräsidium Hamm, Bockum-HövelAusgehend von dem Polizeiskandal in Hamm um den rechtsterroristischen Polizeimitarbeiter Wollschläger und die Gruppe S. habe ich seit einem halben Jahr über 80 interessante Artikel in Auszügen und mit Quellenangabe zu einem chonologisch angeordneten Update zusammengestellt, das sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten mit dem Thema „Rechtsextremisten in der Polizei“ beschäftigt. Es wird laufend aktualisiert.

Es kommen Stimmen zu Wort, die in vielen Medien nicht beachtet und publiziert werden. Und es ist eine Chronologie der laufenden Ereignisse mit rechtsradikalen und rassistischen Vorkommnissen bei der Polizei. Sie ergänzen und aktualisieren meine bisherigen Artikel zu diesem Thema:

https://www.machtvonunten.de/nationalisten-rechte-neoliberale/384-hamm-rechtsextremist-bei-der-polizei-unter-terrorverdacht.html#Updates

 


Originalbeitrag vom April 2021

35. Tschernobyl-Jahrestag: Radtour zum THTR

35. Tschernobyl-Jahrestag am THTR Hamm. Foto: Horst BlumeEinen Tag vor dem Tschernobyl-Jahrestag fand in Hamm am Sonntag eine der größten Anti-Atomkraft-Demonstrationen der letzten Jahre statt. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm und Hamm gegen Atom veranstalteten eine Fahrradtour zum Thorium-Hochtemperaturreaktor (THTR) nach Uentrop.

Treffpunkt der FahradfahrerInnen war der Willy-Brandt-Platz am Hammer Hauptbahnhof. Anschließend fuhren wir Richtung Uentrop, um am Hindutempel auf die FreundInnen aus Beckum und Ahlen zu treffen und gemeinsam zum stillgelegten THTR zu fahren.

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Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA) vom 9. März 2021

Fukushima-Jahrestag in Hamm

Fukushima-Demo in Hamm 2011, Foto: Horst BlumeAuch in Hamm findet am 11. März 2021 eine Mahnwache zum Fukushima-Jahrestag statt. Hier das Interview in "Westfälischer Anzeiger":

Warum hat der zehnte Jahrestag der Fukushima-Katastrophe gerade für Hamm eine Bedeutung?

Der Tsunami und die verheerende Reaktorkatastrophe in Japan mit vielen Tausenden von Toten und verstrahlten Gebieten zeigt deutlich, dass es eine sichere Atomkraft nicht gibt. Wir hatten in Hamm 1986 zeitgleich mit der Katastrophe in Tschernobyl im Thorium Hochtemperaturreaktor (THTR) einen Störfall, bei dem Radioaktivität in die Umgebung gelangte. Jeder, der die Ereignisse in Hamm damals miterlebt hatte, weiß, wie groß die Angst und die Unsicherheit bei den Menschen war.

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Aus:"Graswurzelrevolution" Nr. 455, Januar 2021

Screenshot von der Hammer Polizeihistoriensammlung: Gummiknüppel"Nur Einzelfälle"

Die Hammer Polizeihistoriensammlung bestärkte rechtsterroristisches Weltbild der "Gruppe S."

Die rechtsterroristische "Gruppe S." wurde benannt nach dem Gründer Werner S.. Der Führungskreis dieser neofaschistischen Gruppe bezeichnete sich als "Der harte Kern" und vernetzte sich seit September 2019 online. Nach Angaben der Generalbundesanwaltschaft wurde dieses NS-Terrornetzwerk im Februar 2020 durch die Verhaftung einiger Mitglieder zerschlagen. Die Verhafteten hatten sich bewaffnet, Schießübungen abgehalten und Mordanschläge auf Muslime in Moscheen, auf prominente PolitikerInnen und AntischistInnen geplant. GWR-Mitherausgeber Horst Blume hat im westfälischen Hamm recherchiert und zeigt Zusammenhänge auf, die bisher in anderen Medien noch nicht berücksichtigt wurden. (GWR-Red.)

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 451, September 2020

"Jalta. Positionen zur Jüdischen Gegenwart", ZeitschriftVon Babylon nach Jalta

Jüdische Zeitschrift diskutiert neue Allianzen und "unerhörte" Positionen

Eine Halbjahreszeitschrift kann nur den Ereignissen hinterherlaufen? – Dass dies nicht so sein muss, zeigt "Jalta. Positionen zur jüdischen Gegenwart". Als im August 2018 die Gruppe "Juden in der AfD" (JAfD) an die Öffentlichkeit trat, reagierte die Redaktion der im Jahr zuvor gegründeten Zeitschrift schnell mit einem Positionspapier, in dem auf die Gefährlichkeit der AfD insbesondere für Minderheiten und die demokratische Kultur hingewiesen wurde. Daraufhin meldeten sich hunderte von UnterstützerInnen, der Aufruf wurde gespiegelt, die Tageszeitungen New York Times und Haaretz (Israel) berichteten ausführlich.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 449, Mai 2020

"Jan Satyagraha" 2012, Foto: Herbert SauerweinCorona stoppt Fußmarsch der indischen Landrechtebewegung Ekta Parishad

Am 2. Oktober 2019, dem 150. Geburtstag von Mahatma Gandhi, begann der für zwölf Monate geplante Fußmarsch "Jai Jagat 2020" der indischen Landrechtebewegung Ekta Parishad ("Gemeinsamer Rat") von Delhi nach Genf zum Sitz der UNO. Dort sollten im Rahmen verschiedener Veranstaltungen die Forderungen übermittelt werden: Unter anderem sind das Landrechte und existenzsichernde Lebensgrundlagen für alle, ökologische Nachhaltigkeit und stärkere Förderung gewaltfreier Konfliktlösungen.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 446/447, März 2020

Mahnwache gegen Atommülltransporte von Gronau über Hamm nach Russland am Hammer Hauptbahnhof im Dezember 2019. Foto: Horst BlumeKleine Urenco-Reaktoren: Small is not beautiful!

Die Urananreicherungsanlage (UAA) in Gronau ist in den letzten Monaten wieder stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit geraten. Gegen die Atommülltransporte von Gronau über Hamm, Amsterdam, Petersburg nach Sibirien formierte sich ein vielfältiger Widerstand bis hin zu Zugblockaden. Ein wichtiger Kritikpunkt gegenüber dem UAA-Betreiber Urenco fand allerdings bisher nur bei einer Mahnwache am Standort des stillgelegten Thorium Hochtemperaturreaktors (THTR) in Hamm Beachtung.

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Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA), 30. Dezember 2019

Westfälischer Anzeiger (WA), TitelseiteRückbau: Uran im THTR hat Halbwertzeit von 160.000 Jahren!

Vielen dank für den ausführlichen und interessanten Artikel "Das letzte Geheimnis des THTR"! - Selbst wenn sich nach Angaben der Betreiber die Radioaktivität von bestimmten Komponenten des Reaktors bis zum Jahr 2030 um den Faktor 1000 reduziert haben sollte, so bleiben immer noch die im Artikel genannten 1,0 bis 1,6 Kilogramm Spaltstoff. Dieser enthält neben kleineren Mengen Plutonium vor allem hochradioaktives erbrütetes Uran 233 mit einer Halbwertzeit von 160.000 Jahren. Die Betreiber versuchen also das Problem zu bagatellisieren, indem sie die Hauptaufmerksamkeit auf den erwarteten geringer belasteten Bauschutt der Außenanlagen lenken.

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Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA) vom 9. Dezember 2019

Hamm: Mahnwache gegen Atommülltransporte 9. 12. 2019. Foto: Horst BlumeAtomtransporte: "Schon in kleinsten Mengen tödlich!"

Mahnwache vor dem Hauptbahnhof Hamm

Herr Blume, Sie werden sich auf dem Bahnhofsvorplatz dafür einsetzen, dass Atommülltransporte verboten werden. Was sind das für Transporte?

Allein in diesem Jahr ist dies bereits der zehnte Transport aus Deutschlands einziger Urananreicherungsanlage (UAA) vom münsterländischen Gronau nach Russland. Dabei werden voraussichtlich 600 Tonnen radioaktives und hochgiftiges Uranhexafluorid (UF-6) per Zug von Gronau über Hamm, dann quer durchs Ruhrgebiet verfrachtet ...

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November 2019

Buch: Lou Marin, Horst Blume: "Gandhi."Buch zum 150. Geburtstag Gandhis am 2. Oktober 2019

Am 2. Oktober 2019 wurde weltweit der 150. Geburtstag von Mohandas Karamchand Gandhi gefeiert. An diesem Tag begann ebenfalls der zwölfmonatige Fußmarsch der indischen Landrechtebewegung Ekta Parishad von Delhi nach Genf zum Sitz der UNO. Aus diesem Grund erschien im Verlag Graswurzelrevolution das Buch "Gandhi. 'Ich selbst bin Anarchist, aber von einer anderen Art'" von Lou Marin und Horst Blume. Ich habe dort den 20seitigen Beitrag "Die gandhianisch geprägte Landrechtebewegung Ekta Parishad" geschrieben.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 442, Oktober 2019

Buch: Omar Shahid Hamid "Der Jihadist"Krimi, Cricket und Jihadisten

Geht das alles zusammen? Aber klar doch. Der Buchautor Omar Shahid Hamid arbeitet selbst im pakistanischen Polizeidienst und musste für mehrere Jahre wegen islamistischer Morddrohungen das Land verlassen. Während dieser Zeit schrieb er drei Kriminalromane. Einer davon ist "Der Jihadist".

Er handelt von dem späteren islamistischen Terroristen Aussi und seinem Freund Eddy, die in der Mannschaft einer renomierten anglisierten Schule in der 15 Millionen-Stadt Karachi begeistert Cricket spielen. Ganz Pakistan ist geradezu besessen von diesem Sport, den die Kolonialmacht Großbritannien ins Land gebracht hat.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 441, September 2019

Savina Yannatou und die Gruppe "Primavera en Salonico": "Songs of Thessaloniki" (2015) Savina Yannatou: Keine "schöne Folklore"!

Ein irritierter Kritiker bescheinigte auf der ausgerechnet vom bundesdeutschen Ministerium für Finanzen verantworteten Homepage "So klingt Europa", der griechischen Sängerin Savina Yannatou einen von "frecher Intelligenz und punkigen Einstellung geprägten Stil" (1). Jenseits von Syrtaki und Theodorakis fällt es offenbar selbst BerufskritikerInnen in den Medien nicht leicht, die Musik Yannatous zu beschreiben. Denn eigenwillig und außerhalb des Mainstreams erkundet sie zusammen mit dem akustischen Musikensemble "Primavera en Salonico" nicht nur die facettenreiche Musik Griechenlands, sondern singt ebenfalls die Lieder der Nachbarn auf dem Balkan, in der Mittelmeerregion und im Nahen Osten. Ihr Schwerpunkt sind die sephardischen Lieder der JüdInnen.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 440, Sommer 2019, veröffentlicht am 6. 6. 2019

Antisemitismus in Deutschland 74 Jahre nach der Shoa

Neue Synagoge Berlin, Centrum Judaicum, Oranienburger Straße. Foto: Horst Blume "Nun schacher nicht wie ein Jude, gib mal ordentlich Rabatt", hörte ich einen Kunden zu meinem Chef bei der Preisverhandlung für ein Produkt sagen. Als kaufmännischer Lehrling saß ich daneben und spitzte meine Ohren. Dies geschah 1977, als zur gleichen Zeit der langjährige Skandal um Rainer Werner Fassbinders Theaterstück "Der Müll, die Stadt und der Tod" gerade seinen ersten Höhepunkt überschritten hatte. Dem Regisseur wurde vorgeworfen, er bestärke mit seinem Stück und der dort auftretenden Figur des "reichen Juden" judenfeindliche Ressentiments. Seit 1945 bestehen bis heute antisemitische Einstellungen in unterschiedlichen Ausformungen in Deutschland fort.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 437, März 2019

Indien: So weit die Füße tragen

P. V. Rajagopal: "Reise in ein anderes Indien" (Buch)Wenn in diesem Jahr die indische Landrechtbewegung Ekta Parishad ihren zehntausend Kilometer langen und zwölf Monate dauernden Fußmarsch von Delhi nach Genf zum Sitz der UNO beginnt, dann werden die Menschen in Europa wahrscheinlich wegen dieser außergewöhnlichen Protestform aufhorchen. Der Landraub großer Konzerne hat in den letzten Jahrzehnten dramatische Ausmaße angenommen und zu einer Massenverelendung unter den etwa 200 Millionen Adivasis (UreinwohnerInnen) und Dalits ("Unberührbare") in Indien geführt. Seit über 25 Jahren wehren sich zehntausende Landlose mit aufsehenerregenden Fußmärschen gegen diese Ungerechtigkeiten und knüpfen damit an eine gewaltfreie Massenmobilisierung an, die Gandhi mit seinem Salzmarsch im Jahre 1930 bereits praktiziert hat.

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Originalbeitrag vom Januar 2019

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist "Märchenonkel" im Land?

Springer-Dutschke. Straßenecke in Berlin. Foto: Horst Blume"Aber es stand doch im Spiegel, hast Du das etwa nicht gelesen?" musste ich mir oft genug von Hochwohlinformierten anhören. – Nein, das hatte ich nicht gelesen. Ich bevorzuge jede Menge kleinerer Alternativblättchen aus recht unterschiedlichen Richtungen. In den letzten vier Jahrzehnten kaufte ich mir insgesamt allerhöchstens fünf Ausgaben des Spiegels. Wenn es gar nicht anders ging, machte ich mir im Nachhinein ein paar Kopien. Das funktionierte auch. Die elitäre Wichtigtuerei des Spiegels ging mir auf die Nerven. Willy Brandt sagte 1974 seine Meinung sehr direkt: "Scheißblatt"! - Die aktuellen Irritationen über die Lügen von Spiegel-Reporter Claas Relotius blenden aus, dass bei den herrschenden Medien schon seit längerer Zeit der Weg vom unterhaltsamen Storytelling über die inszenierte Reportage zum "Märchenonkel" recht kurz war.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 431, September 2018

Thessaloniki: Die Vernichtung der "Judenstadt" und ihre Folgen

Gedenkstätte in Thessaloniki. Foto: Horst Blume"Denkt überhaupt irgendjemand darüber nach, was früher hier passiert ist?", geht mir durch den Kopf, als ich Thessalonikis laute Straßen mit ihren hässlichen Betonbauten durchstreife, vorbei an Menschenmassen, die mit Einkaufstaschen bepackt umhereilen. Mit dreizehn Jahren fiel mir Zuhause ein postkartengroßes, schmales Heftchen in die Hände: "Ein kleiner Spaziergang durch Saloniki. Andenken zum Einmarsch der Deutschen Truppen in Saloniki am 9. April 1941". Es war das letzte Lebenszeichen des zwanzigjährigen Onkels meiner Mutter, bevor er ein paar Monate danach von griechischen PartisanInnen getötet wurde. Mein Interesse war geweckt. Fünfzig Jahre nach der Entdeckung des Heftchens bin ich hier. Ich frage mich, wie konnten 46.000 sefardische JüdInnen Salonikis nach Auschwitz deportiert und fast alle umgebracht werden? Wie wird in Thessaloniki und in Deutschland mit dieser Vergangenheit umgegangen?

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Aus: "FUgE-News" Nr. 1, Juli 2018

Indien: Fußmarsch gegen Landraub bis nach Europa!

Fußmarsch 2012, Foto: Herbert SauerweinIndien beflügelt oft exotische Touristenphantasien und wird gerne als "größte Demokratie der Welt" bezeichnet. Hierbei wird ausgeblendet, dass über 800 Millionen Menschen dort als arm gelten und ein Drittel der 1,3 Milliarden Einwohner chronisch unterernährt ist. Der aggressive Hindunationalismus hat durch Ministerpräsident Modi die Regierungsmacht übernommen und Rassismus, ethnischer Chauvinismus, Kastenterror und Drangsalierung von muslimischen und christlichen Minderheiten bestimmen vielfach den Alltag. Zwei Millionen Frauen und Mädchen werden pro Jahr ermordet.

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33 Berichte zu Aktionen von 'Ekta Parishad' aus den Jahren 2014 bis 2017

logo-ekta-parishadEquity, Solidarity, Justice - Landrechtbewegung in Indien

Meldungen und kürzere Berichte über die Arbeit von Ekta Parishad sind oft sehr verstreut im Netz und bei Facebook zu finden. Hier habe ich in chronologischer Reihenfolge 33 Artikel über Aktivitäten und Ereignisse geschrieben, die ich besonders wichtig finde. Über den Beginn der Kampagne "Jai Jagat 2020" berichte ich ebenfalls. Ganz unten sind in einem zweiten Teil die Links zu älteren Artikeln in Zeitungen und Medien aufgeführt.

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Diese Homepage gibt es seit 2012. Hier befinden sich aktuelle und auch ältere Artikel von mir aus den letzten 45 Jahren zu Politik und Kultur. Sie wurden in über 30 verschiedenen Zeitschriften veröffentlicht und werden hier dokumentiert.


 

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