Aus: "Konkret", September 1976

Atomkraft-Werbung vom Ministerium in "Konkret"

In der Anzeige tut Matthöfer so, als betrachte er die Bürgerinitiativen als "belebendes Element in der notwendigen öffentlichen Diskussion". Aber hätten die Energiekonzerne und die von ihnen abhängigen Bundestagsparteien es für nötig befunden, sich mit den Bürgern an einen Tisch zu setzen, wenn nicht in Wyhl gezeigt worden wäre, daß ihre Selbstherrlichkeit von den Bürgern ganz schön angekratzt werden kann?

Jetzt sollen die Bürgerinitiativen in langwierigen Diskussionen mit dem Forschungsministerium verwickelt werden und von ihrer eigentlichen Arbeit, den Bau im aktiven Kampf zu verhindern, abgelenkt werden. Die sieben Bürgerinitiativen gegen die Atomkraftwerke in Hamm werden sich nicht durch noch so schöne Worte des Herrn Matthöfer von ihrem Kampf abhalten lassen.

Plakat: Osterspaziergang am THTR-Hamm (Norddinker) 1977Anmerkung

Das Bundesforschungsministerium mit ihrem Minister Hans Hermann Matthöfer (SPD) hat von 1975 bis 1978 in allen größeren Tageszeitungen und auch in "Konkret" eine teure Anzeigenkampagne für einen angeblichen "Bürgerdialog Kernenergie" geworben. Dieser Dialog war allerdings nicht auf Augenhöhe angelegt und auch nicht ergebnisoffen, sondern ein Propagandainstrument der Atomindustrie.

In der Zwischenbilanz des "Bürgerdialogs Kernenergie" hiess es am 27. 8. 1976 in der Werbeanzeige im "Westfälischen Anzeiger": "Trotz all dieser Anstrengungen können wir nicht darauf verzichten, die Chanchen der Kernenergie zu nutzen". Der Minister hatte also gar nicht die Absicht, nach dem "Dialog" etwas zu ändern.

Wikipedia zum "Bürgerdialog Kernenergie":

https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrgerdialog_Kernenergie

 

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