Aus: "anti atom aktuell" Nr. 191, Juli 2008

Für eine Krebsstudie am THTR!

Etwa 120 Teilnehmer demonstrierten am 26. April auf der Kundgebung vor dem stillgelegten THTR in Hamm-Uentrop für den sofortigen Atomausstieg und forderten eine Krebsstudie für die Umgebung des THTRs. Ein Trecker mit Anhänger weckte lebhafte Erinnerungen an die vielbeachteten Zufahrtsblockaden zur Zeit der Störfälle im THTR vor 22 Jahren.Tschernobyljahrestag 2008 am THTR

Die seit 33 Jahren aktive Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm zeigte mit dieser gutbesuchten Kundgebung, dass sie immer noch für Überraschungen gut ist. Der lange Atem der BI ist immer noch notwendig: Bundesumweltminister Gabriel lehnt die Durchführung einer Krebsstudie am THTR ab, obwohl sich viele Bürger in der Region grosse Sorgen wegen einer Häufung von Krebsfällen macht.

Inzwischen bekommt die BI zwar Unterstützung der kommunalen Gremien von Lippetal, Welver und Hamm, aber auf Landes- und Bundesebene tut sich wenig. Mit der Sammlung von Unterschriften für eine Krebsstudie versucht die BI den Druck auf die zuständigen Politiker zu verstärken. Sie wird hierbei von den Bürgerinitiativen aus der Region unterstützt.Tschernobyljahrestag 2008 am THTR

Auf der Kundgebung sprach ebenfalls der Vorsitzende der Ahauser Bürgerinitiative, Heiner Möllers und berichtete über die Situation aus Hamms "nuklearer Partnerstadt", in der die Brennelementekugeln des THTRs seit 13 Jahren provisorisch in einer Halle lagern.

Matthias Eickhoff von dem Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen betonte, dass auch 22 Jahre nach Tschernobyl die Atomindustrie und ihre willfährigen Parteien nichts aus der Reaktorkatastrophe gelernt haben. Sie predigen noch immer Atomkraft als Wundermittel für die Zukunft. Dabei werden sie nicht mal mit den Ruinen der einstigen Wunderkinder fertig. Es wird weiter massiv verdrängt, vertuscht und verheimlicht, um das positive Wunschbild der Atomenergie nicht zu stören.anti atom aktuell Nr. 191

Horst Blume von der BI Hamm stellte dar, dass der diskutierte THTR-Abriss eine Gefahr für die Bevölkerung bedeutet, da hierbei nicht nur Radioaktivität aus dem Reaktor entweichen könnte, sondern auch Unmengen von Atommüll entstehen würden. Die 1,6 Kilogramm Kernbrennstoff Plutonium und Uran befinden sich nicht nur im Reaktorkern, sondern auch an nicht bekannten Stellen im Rohrsystem für die Brennelementekugeln. Dies macht einen Abriss schwieriger und gefährlicher.

An vielen Orten beteiligten sich Menschen an Tschernobyl-Aktionen. In Hamburg fanden die Bike-Classics vom AKW Krümmel in die Innenstadt statt. Rund 100 Leute waren dort unterwegs, um Vattenfall den Abgang aus Hamburg nahezulegen. In einer Live-Schaltung von der Hammer Kundgebung konnten solidarische Grüße nach Hamburg übermittelt werden.

 

Weitere Infos im THTR-Rundbrief Nr. 122: http://www.reaktorpleite.de/nr.-122-august-08.html

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