Literatur und Politik

Das Leben verschiedener Schriftsteller und die politische Wirkung Ihrer Werke wird in 'Macht von unten' dargestellt und analysiert ...


Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 417, März 2017

Oskar Kanehl"Das sollen Gedichte sein?"

Der Amtsgerichtsrat des Berliner Schöffengerichts, der den Theaterregisseur Oskar Kanehl (1888 – 1929) wegen seiner aufrührerischen Verse Anfang der 1920er Jahre abgeurteilt hatte, war empört. Diese freche Hetze gegen Obrigkeit, Kapital und Militär sollte etwas mit Kunst zu tun haben? Seiner Meinung nach müsste sich bei Gedichten schön unpolitisch Herz auf Schmerz reimen. Kanehl gehörte nach dem Ersten Weltkrieg zu den bekanntesten Antikriegsdichtern mit offensiv antikapitalistischer Ausrichtung.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 413, November 2016

"Glut" von Jacinta Kerkettaअंग
Adivasis in Indien: Poesie und Protest

Auf der zehnten Jahrestagung des Literaturforums Indien (1) im Mai 2016 in Villigst ging es nicht nur um das "Schöngeistige", mit dem Poesie oft in Verbindung gebracht wird. Bei dieser Veranstaltung waren die junge Adivasi-Dichterin Jacinta Kerketta und ihre Verlegerin Ruby Hembrom vom Verlag Adivaani zu Gast und berichteten in ihren Lesungen und Vorträgen über den Überlebenskampf und die kulturelle Unterdrückung von etwa 90 Millionen UreinwohnerInnen Indiens.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 397, März 2015

Samskara, TitelseiteAnanthamurthy: Von der repressiven Einfalt zur libertären Vielfalt

(Ein Roman gegen religiöse Bevormundung)

"Benga- wie bitte? – Das kann doch kein Mensch aussprechen!" Ausgerechnet die bekannte global vernetzte südindische High-Tech-Metropole Bangalore wurde ab dem 1. November 2014 in das regionalsprachige Bengaluru umbenannt. Die Manager großer Elektronik- und Computerkonzerne sorgen sich um den gut eingeführten Markennamen Bangalores. Und noch zehn andere Städte in dem Bundesstaat Karnataka heißen ab jetzt Mysuru, Tumakuru, Chikkamagaluru ... Der am 20. August 2014 im Alter von 81 Jahren verstorbene Schriftsteller U. R. Ananthamurthy hatte sich für diese Umbenennungen stark eingesetzt.

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Aus: "Graswurzelrevolution" Nr. 396, Februar 2015

"Soldat Ram Singh und der Kaiser"1914 – 1918: Deutsche Dschihad-Strategie gescheitert

"Der Erste Weltkrieg war ein multikulturelles Ereignis". - Dieser erste Satz in einem der Beiträge des Buches klingt zunächst etwas erstaunlich, trifft aber den Nagel auf den Kopf. Denn nicht nur das Osmanische Reich, sondern auch England mobilisierte in diesem Krieg "farbige" Kolonialsoldaten. In diesem Fall etwa 1,5 Millionen Inder, von denen 150.000 in Europa stationiert waren.

Der Einsatz von Kolonialsoldaten in Europa hatte erhebliche kulturelle Rückwirkungen in Deutschland. Ihre Wahrnehmung und ihre Darstellung in der Öffentlichkeit wird in diesem Buch ausführlich beschrieben und analysiert.

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Aus: "Graswurzelrevolution", Nr. 387, März 2014

249581 552018121504132 477664411 nDer Kampf gegen das Macht-Mantra

Religiöser Hass und patriarchalische Herrschaft in zwei indischen Romanen von Krishna Baldev Vaid und Geetanjali Shree

Seit der Zerstörung der Babri-Moschee durch Hindunationalisten im Jahr 1992 und den Pogromen gegen Moslems in dem indischen Bundesland Gujarat im Jahr 2000 nehmen die Spannungen zwischen Moslems und Hindus in Indien wieder zu und werden wahrscheinlich bei den Wahlen im Mai 2014 zu einer Erstarkung hindunationalistischer Parteien führen. Geetanjali Shree beschreibt in ihrem Roman "Unsere Stadt in jenem Jahr", wie vier Menschen aus dem humanistisch geprägten Bildungsbürgertum mit dem sich rasant zuspitzenden Konflikt zwischen den beiden Religionsgemeinschaften umgehen.

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Aus: "Graswurzelrevolution", Nr. 357, März 2011

Nagib Machfus"Hausboot am Nil" in stürmischen Gewässern

Über die Schwierigkeit, in Ägypten ein "Revolutionär" zu sein

"Die Stimme Khalids meldete sich 'Mein Interesse gilt dem Anarchismus.' Gelächter brach aus. Dann herrschte Schweigen, eine Pause folgte, und die Leere nahm überhand" (1) In seinem Roman "Das Hausboot am Nil" beschrieb der ägyptische Literaturnobelpreisträger Nagib Machfus (1911-2006) das resignativ-opportunistische Verhalten von im Beruf durchaus erfolgreichen Menschen, die keinen Mut und keine Energie mehr hatten, gegen die versteinerten Verhältnisse einer nur notdürftig verschleierten Diktatur anzukämpfen. Sie flüchteten sich stattdessen in den allabendlichen Haschischgenuss auf dem Hausboot und lamentierten fruchtlos und ohnmächtig über die seit Jahrzehnten andauernden schlechten Verhältnisse.

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Aus: "Graswurzelrevolution", Nr. 231, September 1998

Fulvio TomizzaVersuch, Grenzen zu überwinden

Über den istrischen Schriftsteller Fulvio Tomizza im (ehemals) jugoslawischen und italienischen Grenzgebiet

Wenige Kilometer vom Tagungsort der diesjährigen WRl – Dreijahreskonferenz (War Resisters International) entfernt‚ liegt das Heimatdorf des italienisch-slowenischen Schriftstellers Fulvio Tomizza.  "Gemeinsam den Frieden wählen" und "Gerechtigkeit nach Krieg und Diktatur" - das Motto und Thema der WRl-Dreijahreskonferenz hat für die Menschen, die an dem Konferenzort leben, nicht erst seit dem Beginn der 90er Jahre eine immer wiederkehrende Aktualität. Porec liegt in lstrien, wo seit vielen hundert Jahren nicht nur ItalienerInnen, SlowenInnen und KroatInnen, sondern auch noch Menschen aus einem guten Dutzend anderen Nationalitäten leben.

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Aus: "Graswurzelrevolution", Nr. 214, Dezember 1996

Cesare Pavese"Zurück zum Menschen"

Autonomie der Dichtung – Der italienische Schriftsteller Cesare Pavese

Cesare Pavese, ein bedeutender Vertreter des frühen Neorealismus‚ schrieb Gedichte und Romane, in denen er sich mit dem Widerstand gegen den italienischen Faschismus beschäftigte. Er brachte darin auch Zweifel gegenüber dem militärischen Charakter des antifaschistischen Kampfes zum Ausdruck. Der folgende Beitrag zeichnet Leben und Werk Paveses nach, das von dem nicht unumstrittenen Bemühen um literarische Unabhängigkeit gekennzeichnet war.

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Aus: "Naturfreunde", Nr. 4, 1994

Oskar Maria GrafOskar Maria Graf zum 100. Geburtstag

"'Oskar, wenn du Arbeiter bleibst, mußt du bei den Roten stehen. Rot ist unsere Fahne!' Fast dankbar schaute ich ihm ins Gesicht, denn noch nie hatte ein Mensch zu mir so gesprochen, und wenn ich auch das meiste nicht verstanden hatte - eigentümlich - , es überkam mich auf einmal ein Gefühl der Brüderlichkeit." Dieser ermutigende Zuspruch des sozialdemokratischen Bäckergesellen fiel bei dem kleinen Oskar Maria Graf auf fruchtbaren Boden.

Am 22. Juli 1894 als Sohn eines Bäckermeisters und einer Bauerntochter im Dorf Berg am Starnberger See in Bayem geboren, mußte er schon früh in der elterlichen Bäckerei mithelfen und war nach dem Tod seines Vaters den tyrannischen Attacken seines ältesten Bruders ausgesetzt.

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Aus: "Unabhängige Bauernstimme", Januar 1994

Der ewige Kalender"Der ewige Kalender" von Oskar Maria Graf

Anläßlich des 100. Geburtstages von Oskar Maria Graf am 22. Juli 1994 veröffentlichen wir in diesem Jahr in jeder Ausgabe der "Unabhängigen Bauernstimme" ein Gedicht aus seinem Buch "Der ewige Kalender". Diese Gedichte wurden in den Jahren 1948 bis 1951 in New York City geschrieben und von Grafs Freunden zu seinem 60. Geburtstag im Jahre 1954 in einer Auflage von 500 Exemplaren gedruckt und nur privat weitergegeben.

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Aus: "Graswurzelrevolution", Nr. 181, Oktober 1993

Oskar Maria GrafSchuhplattler auf dem Vulkan

Oskar Maria Graf und die Sowjetunion

Bedingt durch die Ereignisse in der Sowjetunion und der DDR nach 1989 wurde verstärkt das Verhältnis der antifaschistischen SchriftstellerInnen zum Stalinismus und zur Sowjetunion diskutiert und teilweise neu bewertet. Nachdem Oskar Maria Grafs Buch "Reise in die Sowjetunion 1934" in seiner unvollendeten Rohfassung 1974 erstmals aufgelegt worden war, wurde es vom Luchterhand Verlag 1992 erneut herausgebracht.

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Aus: "Mahlzeit!", Juli 1992

Mahlzeit!(Nicht nur) Geschichten aus Backstube und Bauernhaus

Eine Literaturbesprechung ausgerechnet in der "Mahlzeit!"‚ wo es doch hier um Naturkost, Naturwaren und gesunde Ernährung geht? - Dies ist nur im ersten Moment verwunderlich. Oskar Maria Graf wurde 1894 als Sohn eines Bäckermeisters und einer Bauerntochter in Bayern geboren. Aus seiner Herkunft ergeben sich auch die Themen, die er in seinen Kurzgeschichten und Romanen hauptsächlich anspricht und die auch in der "Mahlzeit!" eine Rolle spielen: Das Leben auf dem Lande, die Beziehung zwischen Provinz und Großstadt, die Nöte der Bauern.

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Aus: "Distel. Das Hammer Stadtblatt", Nr. 2, 1984

Schwarzenberg-Schild"Schwarzenberg" von Stefan Heym (Buchbesprechung)

Von beiden Seiten hat man dem Buch den Umständen entsprechend das schlimmstmögliche angetan: In der DDR wurde es verboten, in der BRD im Bertelsmannkonzern herausgegeben. Die deutschen Machthaber hatten seit jeher einen ausgeprägten Hang zum Zynismus.

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Aus: "Motteck. Hammer Stattzeitung", Nr. 2, Februar 1979

"Erich Mühsam" - Radierung von Horst JanssenErich Mühsam: Sich fügen heißt Lügen

ZUM 100. GEBURTSTAG VON ERICH MÜHSAM!

Erich Mühsam schrieb über sich selber: "Geboren 1878 in Berlin; Kindheit, Jugend, Gymnasialbesuch in Lübeck; unverständige Lehrer. Niemand, der die Besonderheit des Kindes erkannt hätte, infolgedessen: Widerspenstigkeit, Faulheit, Beschäftigung mit fremden Dingen.

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