Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA), 19. April 1985

GAL: "Warten auf ein Gespräch mit der SPD"

Die Zusammenarbeit mit der GAL wird immer schwieriger, beklagt sich Ratsherr Manfred Lindemann und behauptet zum Überfluss auch noch, die GAL scheue die offene Diskussion. – Was ist der Hintergrund dieser Vorwürfe? Die SPD Uentrop hat dem umstrittenen Kanalausbau in der Adenauerallee zugestimmt und eine konsequente, von umweltpolitisch engagierten Vereinen ausgearbeitete Baumschutzsatzung abgelehnt.

Artikel aus "Der grüne Hammer" Nr. 3, Stadtteilzeitung der GAL-Uentrop, Auflage 8.000Sie verweigert weiterhin den Initiativen gegen die Inbetriebnahme des THTR die Unterstützung. Sie hat Anregungen der GAL in der Haushaltsdebatte – insbesondere die Bereitstellung finanzieller Mittel für verkehrsberuhigende Maßnahmen und korrigierende Sparvorschläge – verworfen. Sie hat verhindert, dass auch ein Vertreter der GAL in den Sanierungsbeirat in Werries gewählt wird und es abgelehnt, sich wie die GAL hinter die Anlieger des Marker Militärdepots zu stellen.

Da die GAL-Uentrop sich in einer parlamentarischen Minderheitsposition befindet, wird es ihr doch wohl zu gestatten sein, durch Presseerklärungen, Leserbriefe und Flugblätter um Verständnis für ihr Anliegen zu werben, damit diese inhaltlichen Positionen in der Bezirksvertretung in Zukunft einmal mehrheitsfähig werden können. Da die SPD ebenfalls von den obengenannten Medien fleißigen Gebrauch macht, sollte sie einer anderen politischen Gruppierung deswegen keinen Vorwurf machen.

Da die SPD so gut wie alle parlamentarischen Initiativen der GAL ablehnt, dürfte für jeden ersichtlich sein, dass es eine Zusammenarbeit zwischen SPD und GAL in Uentrop nicht gibt. Die GAL war nach der Kommunalwahl für die SPD lediglich dazu gut, ihr zu einem Bezirksvorsteherposten zu verhelfen.

Der Vorwurf von Lindemann, die GAL würde sich nicht der offenen Diskussion stellen, ist völlig aus der Luft gegriffen und stellt lediglich einen oberflächlichen Rechtfertigungsversuch für die SPD-Politik dar, die in wesentlichen Punkten der Umwelt und den Menschen in Uentrop zuwiderläuft.

Die zahlreichen Diskussionesbeiträge, Anfragen und Anträge der GAL-Uentrop haben offensichtlich bei vielen SPD-Mitgliedern mehr zu ihrer Irritation beigetragen, als Lindemann zugeben will. Denn sonst wäre eine eigens einberufene SPD-Versammlung, die das Verhältnis zur GAL klären soll, wohl nicht nötig gewesen.

Falls die SPD wirklich einen so unwiderstehlichen Drang nach "offener Diskussion" hat, wie sie meint vorgeben zu müssen, sei ihr versichert: Wir warten mit großer Ungeduld seit langem auf ihre Einladungen zu Diskussionen!

Anmerkung:

Dies ist die Entgegnung auf einen WA-Bericht "Arbeit mit der GAL wird immer schwieriger" vom 4. April 1985.

Zur speziellen kommunalpolitischen Situation in Hamm-Uentrop im Jahr 1985: SPD und CDU stellten jeweils neun Bezirksvertreter. Die kommunale Wählergemeinschaft Grün-Alternative Liste errang ein Mandat.

Mit meiner entscheidenden Stimme hatte ich 1984 den Bezirksvorsteher der SPD mitgewählt und erwartete nach den zuvor stattgefundenen Gesprächen und Zusicherungen von der SPD eine gewisse Aufgeschlossenheit insbesondere bei umwelt- und atompolitischen Themen, die mir sehr wichtig waren.

Die angeblich in Uentrop besonders "linke" SPD dachte aber nicht im Traum daran, einem besonders lästigen parteipolitischen Konkurrenten irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Welche Blüten dieses Verhalten trieb, habe ich an anderer Stelle beispielsweise in einem Artikel über den ersten jüdischen Ratsherrn in Hamm und seine Würdigung durch die Moritz-Bacharach-Straße geschrieben:

http://www.machtvonunten.de/lokales-hamm/318-zur-moritz-bacharach-strasse.html

Flugblatt der GAL-Uentrop, 1985

Rückseite des Flugblattes

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