Aus: "Westfälischer Anzeiger" (WA) vom 20. 1. 2006

SPD-Politik: Inszenierter schöner Schein

Wenn der SPD-Unterbezirksvorsitzende Ralf-Dieter Lenz meint, die von NRW-Wirtschaftsministerin Thoben in die Diskussion gebrachten Thorium-Hochtemperatur-Reaktoren (THTR) wären "olle Kamellen", dann stimmt das nicht. Eben weil die SPD dafür gesorgt hat, dass das Thema so aktuell ist. Denn es gibt keine andere Partei auf dieser Welt, deren Mitglieder jahrzehntelang bis heute an entscheidender Stelle so viel für die Propagierung dieser umstrittenen Reaktorlinie getan haben, wie diejenigen der SPD!

Von daher wäre es angebrachter, wenn Lenz vorrangig erst einmal Überzeugungsarbeit bei den Atomfreunden in seiner eigenen Partei leisten würde.

Protest gegen MerkelEs sind erst wenige Wochen vergangen, als hochrangige SPD-Mitglieder insbesondere über die Gewerkschaft IGBCE versucht haben, einen stärkeren Pro-Atomkurs in das Regierungsprogramm der Großen Koalition zu verankern. Und es sind Sozialdemokraten, die im Rahmen dieser Kampagne explizit eine stärkere Förderung der HTR-Linie fordern (siehe "Atomwirtschaft", November 2005)!

Es sind von 1998 bis 2005 SPD-geführte Regierungen im Bund und in NRW gewesen, unter denen viele Millionen Euro für 30 umfangreiche Forschungsarbeiten und Experimente in Versuchsanlagen für die Weiterentwicklung der HTR-Linie ausgegeben wurden. Und es sind auch SPD-Mitglieder, die sich innerhalb der verschiedenen EU-Gremien als HTR-Lobbyisten für eine verstärkte Atomkraftförderung stark machen und das Ganze dann noch als "Sicherheitsforschung" und "Kompetenzerhalt" darstellen.

Als Höhepunkt wurde in NRW von einer SPD-Regierung der Ausbau der Urananreicherunganlage Gronau (Marke: "Iran") genehmigt, mit der der nukleare Brennstoff für 33 Atomkraftwerke produziert wird. "Ausstieg aus der Atomkraft" nennt die SPD das. Zwischen dem inszenierten schönen Schein und der Realität klafft also eine riesige Lücke.

Weitere Infos zum Thema:

"Exportschlager Atomkraft zu Schnupperpreisen unter Rotgrün"

http://www.machtvonunten.de/atomkraft-und-oekologie/178-exportschlager-atomkraft.html

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