Aus: "Sonntags-Rundblick" (Hamm, Ahlen), 1. April 2007

Typisch Hamm: Verantwortung abwälzen, Auskunft verweigern!

In Dortmund, Lünen, Bonn, Münster, Gronau und Ahaus antworteten in den vergangenen Wochen die jeweiligen Stadtverwaltungen auf die Fragen zu den alle 2 bis 3 Wochen stattfindenden gefährlichen Uranhexafluorid (UF-6) - Bahntransporten durch ihre Stadt. Mal sehr bemüht, mal eher oberflächlich - aber sie antworteten. Nicht so die Stadt Hamm.

Diese wies die 15 Fragen der Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm zu den Transporten radioaktiver Stoffe vom französischen Pierrelatte ins westfälische Gronau brüsk zurück und verweigerte als bisher einzige Stadt ihre Beantwortung.Flugblattverteilung und Protest gegen die UF-6-Transporte in Hamm-Pelkum durch die BI Umweltschutz Hamm im Jahr 2007

Dabei ist die Lage in Hamm besonders brisant: Auf dem Verschiebebahnhof in Hamm pausieren in der Regel die Züge mehrere Stunden des Nachts. Insbesondere die Anlieger in den Stadtteilen Pelkum und Hamm-Mitte sind gefährdet. Wenn UF-6 aus den Tanks entweicht, reagiert es mit der Luftfeuchtigkeit zu hochgiftiger Flusssäure. Diese kann über die Atemwege und die Haut aufgenommen werden und wirkt schon in kleinen Mengen tödlich.

Die Stadt Hamm beruft sich im Gegensatz zu den anderen Städten darauf, dass sie nicht zuständig sei und die Anfrage vom "gemeindlichen Petitionsrecht nach 24 Abs. 1 GO nicht gedeckt" sei. Die Bürgerinitiative ist allerdings der Meinung, dass die Menschen in Hamm das Recht haben zu erfahren, was im Falle eines Unfalls für ihre Sicherheit getan wird und wie sie sich dann verhalten sollen.

Mit dem offensichtlichen Unwillen, ein berechtigtes und dringendes Bürgeranliegen überhaupt aufzugreifen und zur Sprache zu bringen, stellen sich die Verantwortlichen ein Armutszeugnis aus.

Fragen, ob die Stadtverwaltung über bevorstehende Transporte informiert ist und welche Vorkehrungen kommunale Dienststellen eventuell treffen, sind durchaus Themenbereiche, die unmittelbar mit kommunalen Aufgaben zu tun haben und nicht auf das Land NRW oder den Bund abgewälzt werden können.

Weitere Infos:

http://www.machtvonunten.de/lokales-hamm/307-uranhexafluorid-transporte-durch-hamm.html

Flugblatt der BI Umweltschutz Hamm aus dem Jahr 2007

 

Flugblatt der BI Umweltschutz Hamm aus dem Jahr 2007, Seite 2

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