2. bis 10. Oktober 2016: Internationaler Frauenkongress und Filmfestival

In Indien fand in Jalgaon im Bundesstaat Maharashtra Anfang Oktober eine bemerkenswerte mehrtägige Konferenz von Ekta Parishad und befreundeten Organisationen zum Thema Frieden und Gewaltfreiheit statt, auf der die etwa 150 Teilnehmerinnen über die besondere Unterdrückung der Frauen in Familie und Gesellschaft diskutierten und gewaltfreie Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten entwickelten.

Teilnehmerinnen waren angereiste Friedensaktivistinnen aus zahlreichen Ländern und viele unterschiedliche Frauen aus ganz Indien, um erlebnisorientiert voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Akademikerinnen, Feministinnen und Frauen aus dem ländlichen Indien kamen zusammen. Die Männer hielten sich im Hintergrund und unterstützen die Veranstaltung lediglich auf organisatorischer Ebene.

Es wurde darauf hingewiesen, dass in vielen Ländern (wie zum Beispiel Burma) prominente Frauen massgeblich dazu beigetragen haben, unhaltbare Zustände zu verändern und friedensstiftend wirkten. Gleichzeitig arbeiten aber auch in den Dörfern und Familien unzählige Frauen an der Überwindung von vielfältigen Gewaltstrukturen mit und werden von der Öffentlichkeit viel zu wenig beachtet.

Die Themen und Ausdrucksformen auf diesem Kongress waren vielschichtig und breit gefächert. Es ging beispielsweise um die Frage, wie das Thema Klimagerechtigkeit in der indischen Dorfbevölkerung kommuniziert werden kann, um die gefährlichen Auswirkungen der Kohleförderung in Orissa, kastenbasierte Unterdrückung und natürlich um die Auseinandersetzungen in der Landfrage und gewaltfreie Kampfformen.

Die kulturellen Aktivitäten und Veranstaltungen waren sehr vielfältig. Neben klassischer indischer und jazzorientierter Musik widmete sich auch eine Tanzperformance dem Leben von Gandhis Ehefrau Kasturbai.

Auf zahlreichen Exkursionen in die ländliche Umgebung vom 5. bis 9. Oktober fanden Treffen und Diskussionen zwischen den Kongressteilnehmerinnen und Dorfbewohnern statt, die gewährleisteten, dass nicht abgehoben diskutiert wurde, sondern die konkreten Schwierigkeiten und Bedürfnisse vor Ort zur Sprache kamen.

Im Anschluss an diesen Kongress fand in Delhi vom 10. bis 13. Oktober ein Frauen-Dokumentarfilmfestival statt, auf dem 23 Filme aus 15 Ländern gezeigt wurden. Es nahmen mehrere Filmmacherinnen und sogar einige Protagonistinnen teil, zum Beispiel Sampat Rai von der bekannten "Gulabi Gang".

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