August 2017: Die Kampagne "Jai Jagat 2020" hat begonnen!

Die seit längerer Zeit diskutierte und von Ekta Parishad maßgeblich vorbereitete dreijährige Kampagne "Jai Jagat 2020" nimmt Konturen an. Umfangreiches Material mit mehrsprachigen Flyern, Rundbriefen, Blogbeiträgen und vielfältigem Hintergrundmaterial sind inzwischen auf der gleichnamigen professionell gestalteten Homepage einsehbar.Jai Jagat 2020

Diese Kampagne findet nicht nur in Indien zur Unterstützung der Landlosenbewegung statt, sondern zu den Themen Frieden und Gerechtigkeit werden mit langjährigen Kooperationspartnern eine ganze Reihe von Aktionen und Veranstaltungen auf internationaler Ebene an vielen Standorten dieser Welt durchgeführt. Zentrales Element wird im Jahr 2019 der zwölfmonatige anstrengende Marsch durch 17 Länder von Delhi nach Genf zum Hauptsitz der Uno sein, der in der Tradition der Gandhi-Fußmärsche stattfinden wird.

Vom 23. bis 27. März 2017 fand bereits in Manila auf den Philippinen eine internationale Konferenz zum Thema Konfliktlösungen und gewaltfreie Aktionen durch Frauen statt. Für nächstes Jahr haben sich Ekta Parishad und seine Partnerorganisationen viel vorgenommen.

Vom 6. bis 16. September 2018 findet in Delhi eine große "Gewaltfreie Ökonomie-Konferenz" mit ca. 300 Teilnehmern statt. Diese internationale Konferenz will neue Möglichkeiten und Ideen diskutieren und anbieten, die bereits heute im Bereich der Wirtschaft umgesetzt werden können.Jai Jagat 2020

Fußmarsch von Palwal nach Delhi 2018

Schon einen Monat später im Oktober 2018 ist ein Fußmarsch von ca. 150.000 Menschen von Palwal ins 60 Kilometer entfernte Delhi geplant, um explizit das Recht auf Land für Adivasis und Dalits (sogenannte Unberührbare) in Indien zu erkämpfen. Palwal liegt im indischen Bundesstaat Haryana, der die Hauptstadt Delhi größtenteils umschließt. Den meisten der 25 Millionen Menschen in Haryana sind die dubiosen Landerwerbsgeschäfte und die damit verbundenen Ungerechtigkeiten in der jüngsten Vergangenheit noch frisch in Erinnerung. Auch deswegen wurde dieser Ort nach 2015 zum zweiten Mal als Ausgangspunkt des Marsches von Ekta Parishad ausgewählt.

Einjähriger globaler Friedensmarsch ab 2019

Dieser recht ambitionierte Fußmarsch beginnt am 2. Oktober 2019 in Rajghat in Delhi und wird fast ein ganzes Jahr dauern, bis er am 21. September 2020 in Genf vor dem Gebäude der Uno ankommt. Die Gesamtstrecke beläuft sich über 10.000 Kilometer und durchquert 17 Länder. Es geht über Pakistan, Afghanistan, Iran, Türkei, Südosteuropa, Italien, Frankreich nach Genf.Marschroute 2019 - 2020

Der Demonstrationszug wird nicht den kürzesten Weg gehen, sondern an den Zwischenstationen den Kontakt zu den verschiedensten Bürgerinitiativen vor Ort aufnehmen und diese in ihre Aktivitäten einbeziehen. Die MarschiererInnen müssen nicht an dem gesamten Marsch teilnehmen, sondern können sich für eine bestimmte Etappe von 30 Tagen anmelden. An dem Fußmarsch werden auf der gesamten Wegstrecke mindestens 150 Menschen teilnehmen; eine symbolische Zahl, die an den 150. Geburtstag von Gandhi erinnern soll.

Aktionen und Veranstaltungen in Genf 2020

Vom 19. September bis zum 3. Oktober 2020 wird mit mehreren Tausend TeilnehmerInnen und Verbündeten das "Geneva´s People´s Action Forum" vor dem Uno-Gebäude stattfinden, um Druck auf die Uno auszuüben, sich stärker den drängenden Problemen der Gerechtigkeit und Ökologie, sowie gewaltfreien Problemlösungen zu widmen. Aus diesem Grund werden in einem Meinungsbildungsprozess während der gesamten Kampagne die konkreten inhaltlichen Forderungen von den unterschiedlichen teilnehmenden Gruppen diskutiert und in einem Zehn-Punkte-Programm gebündelt der Uno mit der Aufforderung präsentiert, endlich aktiver zu werden.Jai Jagat 2020

Kritische Fragen

Der Uno-Hauptsitz in Genf ist sicherlich ein möglicher symbolischer Bezugspunkt für eine internationale Kampagne. Aber ich finde, es sollte auch die Frage erlaubt sein, ob die UNO ausreichend durchsetzungsstark, willens und fähig ist, die an sie gerichteten Forderungen zu erfüllen. Sind nicht internationale Konzerne und mächtige nationale Interessengruppen in erster Linie unsere politischen Gegner? Wird die Rolle der UNO bei dieser Kampagne möglicherweise überschätzt? – Auch dies sollte meiner Meinung nach bedacht werden.

Es gibt bereits viele tausend NGO´s, die sich international oft schon ganz gut vernetzt haben. An wohlmeinenden Proklamationen und Aufrufen hat es die letzten Jahrzehnte sicherlich nicht gefehlt. Aber was verändern sie wirklich? Für mich ist deswegen eine andere Nachricht viel wichtiger, die bei den ambitionierten internationalen Aktivitäten nur am Rande erwähnt wurde: Der Mai-Newsletter meldete, dass in den letzten Monaten 2.500 junge Menschen in gewaltfreien Trainings ausgebildet wurden. Diese jungen AktivistInnen werden sicherlich die Arbeit vor Ort gut voranbringen und möglicherweise auch den geplanten Fußmarsch der 150.000 von Palwal nach Delhi unterstützen können !Jai Jagat 2020

Es ist gut, dass die neue Homepage "Jai Jagat 2020" die vorhandenen und geplanten Aktivitäten in ansprechender Weise präsentiert. Jetzt sollte sie aber auch bekannter werden. Auf den Ekta Parishad-Hompageseiten wird sie bisher nicht deutlich sichtbar beworben, obwohl sie schon seit fünf Monaten existiert. – Natürlich werde ich gerne über den Fortgang der Vorbereitungen und die kommenden Ereignisse berichten und hoffe, dass alles gut klappt!

Anmerkungen

Hier ist die wichtige Homepage für die "Jai Jagat 2020" – Kampagne:

https://www.jaijagat2020.org/

Hier sind deutschsprachige Rundbriefe und Flyer einsehbar:

https://docs.wixstatic.com/ugd/b843d6_2f546298a74d4912bf9f7e1db229f457.pdf

https://docs.wixstatic.com/ugd/b843d6_19145be95cc5425b99503955784629b4.pdf

Hier ist der englischsprachige Rundbrief vom Mai 2017 einsehbar:

https://docs.wixstatic.com/ugd/b843d6_c5c170010f6844c98701642b56ae89cf.pdfJai Jagat 2020

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19. bis 26. März 2017:

Fußmarsch für 0,6 Millionen Dalit-Familien in Bihar mit historischem Hintergrund

Am 24. März fand ein von vielen Menschen gutbesuchter Fußmarsch von Noubatpur nach Patna, der mit ca. zwei Millionen EinwohnerInnen zweitgrößten Metropole im östlichen Indien, statt. Noch immer leben in dieser Region sechshunderttausend landlose Dalits in der Nähe von Straßenrändern, Abwasserkanälen und in Slums. Sie haben kein eigenes Land. Die vorherige Regierung des Bundesstaates Bihar hatte jeweils 10 Decimals (= 400 Quadratmeter) Land für die Dalit-Familien zugesagt. Diese Zusagen wurden nicht eingehalten.Fußmarsch in Bihar,  März 2017

Für die Vorbereitung dieser Satyagraha-Kampagne wurde ein dreitägiges Jugendtrainingslager für Gewaltfreie Aktion vom 19. bis 21. März durchgeführt. Am 23. März hatte eine Abordnung in einer symbolischen Handlung etwas Erde von dem etwa 300 Kilometer südlich gelegenen Champaran nach Naubatpur, dem Ausgangspunkt des Fußmarsches nach Patna, gebracht. Hiermit knüpft Ekta Parishad an die allererste Satyagraha-Bewegung von Mahatma Gandhi an, die er nach seiner Rückkehr aus Südafrika im Jahre 1917 in Champaran initiierte und die auch vom "offiziellen" Indien in Form eines hundertjährigen Jubiläums gefeiert wird.

Historischer Hintergrund

Vor über hundert Jahren wurden zehntausende von landlosen Leibeigenen und armen Bauern durch das britische Kolonialregime gezwungen, für einen Spottpreis Opium anzubauen anstatt Lebensmittel. Die Folge waren verheerende Hungersnöte, sodass sich die Bauern 1914 und 1916 widersetzten und von den Briten mit militärischer Gewalt niedergehalten wurden.Champaran Movement 1917

Als Gandhi 1917 nach Bihar zog, bestand er darauf, dass dieser Konflikt, bei dem es um das Überleben der Bauernfamilien ging, nicht durch nationalistische Bestrebungen für die Unabhängigkeit Indiens vereinnahmt wurde. Hier ging es mit der Abwendung einer humanitären Katastrophe um ein eklatantes soziales Problem. Damit die Britische Kolonialmacht keinen Vorwand für militärisches Eingreifen erhielt, wurde zu diesem Zeitpunkt in ganz Indien die Unabhängigkeitskampagne unterbrochen.Versammlung in Patra, März 2017

Gandhi errichtete mit seinen AnhängerInnen einen Ashram in Champaran und beteiligte sich am Aufbau von Schulen und Krankenhäusern sowie weiteren Aktivitäten zur Verbesserung der sozialen Lage. Nach Protesten und Streiks wurde eine Vereinbarung mit den britischen Landbesitzern getroffen, die den Bauern erlaubte, in größerem Maße Lebensmittel anzubauen.

Am 24. März 2017 fand dann also aus aktuellem und historischem Anlass der gut besuchte Fussmarsch von Noubatpur nach Patra statt. Während der folgenden zwei Tage fanden in Patra Kundgebungen und Veranstaltungen mit zahlreichen anderen Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens statt, um die Forderung nach Land für die Dalits zu unterstreichen.Fußmarsch in Bihar, März 2017

Erfolg in Bhudani (Madhya Pradesh)

Etwa zur gleichen Zeit konnte Ekta Parischad in einem anderen Bundesstaat Indiens einen Erfolg verbuchen. In Bhudani südlich von Bhopal in Madhya Pradesh hatte die Landlosenorganisation für Ende Februar zu einem Fussmarsch mobilisiert. Ziel war die Verabschiedung des Housing Guarantee Act (Recht auf ein kleines Hausgrundstück) im zuständigen Landesparlament zu erreichen. Nach Gesprächen mit der Landesregierung wurde die geplante Demonstration in dieser Form abgesagt und im Gegenzug das Gesetz verabschiedet. Seit 2007 hat sich Ekta Parishad für dieses Gesetz stark gemacht und viele Aktionen dafür durchgeführt.Fußmarsch in Bihar, März 2017

Auch in Zukunft werden von Ekta Parishad in ganz Indien in 500 Bezirken auf Jugendcamps gewaltfreie Trainings organisiert, um Konflikte gewaltfrei auszutragen und sich eine größere Basis für zukünftige Kampagnen zu schaffen. Im Jahr 2020 ist der One-Million-Fußmarsch nach Delhi geplant.

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Check dams6. bis 14. Juni 2016: Rundreise zu Wasser-Selbsthilfeprojekten gegen die Dürre

Wochenlang wunderte ich mich über die zahllosen Bilder von steineschleppenden Menschen im ländlichen Indien, die Ekta Parishad auf Facebook gepostet hatte – allerdings ohne Erklärung auf Englisch. Es hatte sicherlich irgendetwas mit der schlimmen Dürre in Indien zutun, vermutete ich. Aber was hat man sich unter dem Wort "water harvesting", das dann nach einigen Wochen doch noch einem Bild hinzugefügt wurde, vorzustellen? Ein gigantischer Stausee konnte es ja wohl kaum sein. Erst ab dem 6. Juni wurde endlich das Geheimnis durch eine Reihe von Kurzberichten in englischer Sprache gelüftet: Im Rahmen der "Water Awareness Dialogue Journey" vom 6. bis 14. Juni 2016 besuchte Rajagopal PV mehrere Dörfer, die in wochenlanger Eigenarbeit sogenannte "Check Dams" in noch trockenen Flussbetten errichteten.

Check DamsDiese jahrhundertealte einfache Technik reduziert die Fließgeschwindigkeit eines Flusses durch mehrere kleine Staustufen aus Steinen oder anderem Material. Das Wasser verbleibt hierdurch längere Zeit am Ort und kann gesammelt und weitergeleitet werden. Viele Dorfbewohner müssen bis zu fünf Kilometer zu Fuß zurücklegen, um das begehrte Nass in Behältern heranzuschaffen. Die Staustufen verbessern längerfristig die Grundwasserkapazität und die Ergiebigkeit von Brunnen. Und selbstverständlich kann hierdurch die landwirtschaftliche Nutzung intensiviert beziehungsweise erst möglich gemacht werden.

Die Stufen sind je nach örtlichen Begebenheiten und Möglichkeiten eine teilweise recht flache Ansammlung von Steinen oder bestehen sogar aus bis zu 2 bis 3 Meter hohen Wehren. Sie haben eine begrenzte Lebensdauer und müssen ständig überprüft und gewartet werden.

Check DamsWichtig ist, dass die Arbeiten mit einfachsten Mitteln durch die Dorfbewohner selbst in Gemeinschaft durchgeführt werden können. Diese Vorgehensweise entspricht dem von Gandhi entwickelten "konstruktiven Programm", dem sich die Anhänger von Ekta Parishad verpflichtet fühlen. Arbeits- und (über-)lebensmöglichkeiten auf dem Lande zu schaffen ist sehr wichtig, da aus vielen Dörfern in den letzten Jahren über 75 % der Bewohner nach Delhi abgewandert sind, um dort oftmals nur prekäre und schlecht bezahlte Arbeit zu finden.

Check DamsObwohl seit Oktober 2015 in vielen Bundesstaaten Indiens eine große Dürre herrscht, hat sich seitdem das indische Parlament nicht mit diesem Problem auseinandergesetzt. Deswegen haben Ekta Parishad und zahlreiche andere soziale Bewegungen eine große Wasserkampangne initiiert, um Problembewusstsein zu fördern, die Regierung unter Druck zu setzen geeignete Maßnahmen zu ergreifen und um Selbsthilfeprojekte wie die "Check Dams" zu fördern.

Check DamsDie Ekta Parishad-Rundreise mit vielen Versammlungen, Diskussionsrunden und Veranstaltungen während des "Water Awareness Dialogue" vom 6. bis 14. Juni führte in zahlreiche Dörfer der historischen Region Bundelkhand, die heute in den Bundesstaaten von Uttar Pradesh und Madhya Pradesh südlich von Gwalior liegt: Tikamgarh, Sonakpura, Jhabara, Tighara ... . - Jetzt fehlt dort nur noch der Regen. Hoffen wir das Beste.

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2. bis 10. Oktober 2016: Internationaler Frauenkongress und Filmfestival

Ekta Parishad Frauenkongress 2016In Indien fand in Jalgaon im Bundesstaat Maharashtra Anfang Oktober eine bemerkenswerte mehrtägige Konferenz von Ekta Parishad und befreundeten Organisationen zum Thema Frieden und Gewaltfreiheit statt, auf der die etwa 150 Teilnehmerinnen über die besondere Unterdrückung der Frauen in Familie und Gesellschaft diskutierten und gewaltfreie Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten entwickelten.

Teilnehmerinnen waren angereiste Friedensaktivistinnen aus zahlreichen Ländern und viele unterschiedliche Frauen aus ganz Indien, um erlebnisorientiert voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Akademikerinnen, Feministinnen und Frauen aus dem ländlichen Indien kamen zusammen. Die Männer hielten sich im Hintergrund und unterstützen die Veranstaltung lediglich auf organisatorischer Ebene.

Ekta Parishad Frauenkongress 2016, Exkursion in die ländliche UmgebungEs wurde darauf hingewiesen, dass in vielen Ländern (wie zum Beispiel Burma) prominente Frauen massgeblich dazu beigetragen haben, unhaltbare Zustände zu verändern und friedensstiftend wirkten. Gleichzeitig arbeiten aber auch in den Dörfern und Familien unzählige Frauen an der Überwindung von vielfältigen Gewaltstrukturen mit und werden von der Öffentlichkeit viel zu wenig beachtet.

Die Themen und Ausdrucksformen auf diesem Kongress waren vielschichtig und breit gefächert. Es ging beispielsweise um die Frage, wie das Thema Klimagerechtigkeit in der indischen Dorfbevölkerung kommuniziert werden kann, um die gefährlichen Auswirkungen der Kohleförderung in Orissa, kastenbasierte Unterdrückung und natürlich um die Auseinandersetzungen in der Landfrage und gewaltfreie Kampfformen.

Ekta Parishad Frauenkongress 2016, Exkursion in die ländliche UmgebungDie kulturellen Aktivitäten und Veranstaltungen waren sehr vielfältig. Neben klassischer indischer und jazzorientierter Musik widmete sich auch eine Tanzperformance dem Leben von Gandhis Ehefrau Kasturbai.

Auf zahlreichen Exkursionen in die ländliche Umgebung vom 5. bis 9. Oktober fanden Treffen und Diskussionen zwischen den Kongressteilnehmerinnen und Dorfbewohnern statt, die gewährleisteten, dass nicht abgehoben diskutiert wurde, sondern die konkreten Schwierigkeiten und Bedürfnisse vor Ort zur Sprache kamen.

Im Anschluss an diesen Kongress fand in Delhi vom 10. bis 13. Oktober ein Frauen-Dokumentarfilmfestival statt, auf dem 23 Filme aus 15 Ländern gezeigt wurden. Es nahmen mehrere Filmmacherinnen und sogar einige Protagonistinnen teil, zum Beispiel Sampat Rai von der bekannten "Gulabi Gang".

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14. und 15. März 2016: "Parlament der Landlosen" fordert Landrechte in Delhi!Delhi 2016

Das von Ekta Parishad und befreundeten Organisationen einberufene "Parlament der Landlosen" tagte in Delhi in Jantar Mantar (eine Sternwarte mit Park). Zuvor fand eine Demonstration von 5000 aus ganz Indien auf eigene Kosten angereisten Landlosen statt, die in Raj Ghat, dem Begräbnisort Mahatma Gandhis, ihren Ausgangspunkt hatte.

Seit dem Marsch der 100.000 für Adivasi- und Dalit-Landrechte im Jahr 2012 haben die jeweiligen Regierungen ihre Zusagen nicht eingehalten, obwohl sie jedes Jahr durch beachtliche Mobilisierungen hieran erinnert worden sind. Die TeilnehmerInnen an den zweitätigen Kundgebungen am 14. und 15. März 2016 betonten mehrfach, dass alle Regierungen gleich sind und neue Protestformen für die Zukunft gefunden werden müssen. Delhi 2016An dem "Parliament of the Landless" nahmen LandrechtaktivistInnen, VertreterInnen lokaler Gebietskörperschaften und von verschiedenen sozialen Bewegungen teil, die übereinstimmend feststellten, das ihre Anliegen in gleicher Weise von der Regierung missachtet werden.

Am ersten Protesttag konnten Rajagopal PV und ein weiterer Vertreter der Bewegung sogar mit Ministerpräsident Modi über ihre Forderungen sprechen. Die Ergebnisse der erst im vergangenen Jahr veröffentlichen sozioökonomischen Volkszählung von 2011 besagt, dass 106 Millionen Familien (!) in Indien landlos sind. In ländlichen Regionen wären das 56 Prozent aller HaRaj Ghat; Foto: Herbert Sauerweinushalte. Ohne Land und feste Adresse ist ihnen die Teilhabe an vielen staatlichen Dienstleistungen und Beratungsprogrammen verwehrt. Auf diese Weise wird die Diskriminierung von Landlosen noch verstärkt.

Bereits drei Tage nach der Protestveranstaltung in Delhi stellten am 19. März 2016 Rajagopal PV und vier weitere Vertreter von Ekta Parishad im Presseclub von Ernakulam in Kochi (im südwestlichen Bundesstaat Kerala) ein "Ekta Peoples Manifesto" vor. Sobald mehr über den Inhalt dieses Manifestes bekannt wird, werde ich darüber berichten.

 

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